Editorial Januar 2018
Irgendwann konnten sie nicht mehr stillhalten. Irgendwann mussten die Spatzen die Schnäbel öffnen. Und ein Pfeifkonzert anstimmen, das weit über Münchens Dächer hinaushallte. Mit einer Botschaft, die zwar noch nicht vertraglich besiegelt ist, aber doch ins Schwarze trifft. Kurz und gut: Aus dem Bayerischen Kultusministerium verlautet, dass Serge Dorny und Vladimir Jurowski 2021 die Leitung der Staatsoper übernehmen sollen. Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe standen die Verhandlungen offenbar kurz vor dem Abschluss.
Nachdem Andreas Homoki (Oper Zürich) und Barrie Kosky (Komische Oper Berlin), die lange als Favoriten für den Intendantenjob an Deutschlands bestausgestattetem Opernhaus gehandelt wurden, wie auch der von Münchens Presse zum Wunschkandidaten für das Amt des GMD erklärte Antonio Pappano (Musikchef an Londons Covent Garden und des römischen Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia) abgesagt hatten, war der Weg für Dorny und Jurowski frei. Dass die Latte nach den, im Ganzen gesehen, überaus erfolgreichen Jahren unter Nikolaus Bachler und Kirill Petrenko hoch liegt, dürfte den designierten Nachfolgern bewusst sein. Längst werden sie in den Gesprächen mit Toni ...
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Opernwelt Januar 2018
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten & Albrecht Thiemann
JUBILARE
Der russische Bass Jewgenij J. Nesterenko kam in Moskau zur Welt und absolvierte seine Gesangsausbildung bei Vasily Lukanin in Leningrad, wo er 1963 an der Maly-Oper als Gremin in Tschaikowskys «Eugen Onegin» debütierte. Mit dem Gewinn des internationalen Tschaikowsky-Wettbewerbs 1970 begann seine langjährige Karriere. Der Sänger wurde ein Jahr später ans...
Stühle, ein Tisch, ein Bett, alles schwarz. Auch die Wände. Darauf vertikal nebeneinander gereihte Leuchtstoffröhren. Kaltes, hartes Licht trifft die hellgepuderten Gesichter, blasse Menschen in schwarzen Kleidern. Weiß sind die Bettlaken, weiß ist Lucias Hochzeitskleid. Schwarz-Weiß, doch so bleibt es nicht. Davon kündet schon der Rotwein, den die...
Es sollte ein Festakt zum 500-Jahre-Jubiläum der Reformation in Budapest werden. Es wurde eine (von den um einen Kollektivvertrag streikenden Hausgewerkschaften um ein Haar verhinderte) Premiere der Ungarischen Staatsoper. Dass der Vorhang überhaupt hochging, verdankt sich allein Szilveszter Ókovács, dessen Direktorenvertrag soeben um fünf Jahre verlängert wurde....
