Editorial
Vor zehn Jahren erschien die erste «Opernwelt»-CD. Die Reihe, die seitdem entstanden ist, kann sich sehen und vor allem hören lassen. Immer standen Sängerinnen und Sänger im Mittelpunkt, die von der Plattenindustrie kaum oder einseitig wahrgenommen wurden. Immer haben wir Konzepte mit den Künstlern gemeinsam entwickelt, dabei nicht selten auf verborgene Schätze aus deren Privatarchiven bauend. Immer erschienen die Aufnahmen exklusiv für «Opernwelt»-Leser auf CD.
Viele rare Dokumente einer Sängergeneration, die gerade abtritt, wurden dabei erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im letzten Jahr konnten wir Melitta Muszely und Sandor Konya im «Freischütz» präsentieren. Vorher war Anja Silja unsere Isolde; Martha Mödl sang Carmen und Schönberg. Julia Varady war in frühen Aufnahmen als Liedersängerin zu hören. Jean Cox erschien als Siegfried auf einem Bayreuth-Mitschnitt, den Wolfgang Wagner eigens für «Opernwelt» freigegeben hatte. Die lange Karriere der Anny Schlemm war durch viele Fächer und Genres zu verfolgen. Hinter solchen Projekten steckt viel Energie, Arbeit – und Freude. Denn es geht dabei letztlich um die lebendige Geschichte des Gesangs. Zum Jubiläum ...
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Dem Klischee, dass für die Partie der Amina in Bellinis «Sonnambula» Anmut und Agilität ausreichen, hat keiner energischer widersprochen als Felice Romani, der Librettist. «Auch wenn es auf den ersten Blick den Anschein hat, als sei die Rolle leicht darzustellen, ist sie wahrscheinlich schwieriger als andere, die bedeutender wirken mögen.» Dass Amina und Norma...
Es wäre sicher ein spannendes Unterfangen, die einzelnen Stränge des Blaubart-Stoffes zu verfolgen, von Charles Perraults erster bekannter schriftlicher Fixierung im Jahr 1697 über die von Grétry vertonte Fassung Michel-Jean Sédaines im Revolutionsjahr 1789, über den deutschen Ludwig Tieck bis hin zu Maurice Maeterlinck, der die Vorlage für Paul Dukas’ 1907...
Die Sklavin Liú hat sich geopfert, der Vorhang geht zu. Das Finale der Oper «Turandot» hat Puccini nicht mehr komponiert, der Krebs war schneller. Ping, Pang und Pong, die drei Minister aus Turandots Reich diskutieren am Orchestergraben. Auf Italienisch mit Übertiteln. Soll jetzt Schluss sein? Oder einer der Schlüsse gespielt werden, die Franco Alfano und Luciano...
