Editorial
Oper im Fernsehen – das ist eine Herausforderung der besonderen Art. Aber auch ein Erlebnis der besonderen Art. Der Zuschauer im Parkett oder auf dem Rang sieht anders als Kameras, die zum Beispiel ein herangezoomtes Gesicht als schillernde Gefühlslandschaft zeigen können. Das Ohr im Saal hört anders als Mikrofone, mit denen sich das Wechselspiel von Stimmen und Instrumenten, Nähe und Ferne simultan aus verschiedenen Positionen verfolgen (und am Mischpult ausbalancieren) lässt.
Es ist diese akustisch-visuelle Präsenz der Künstler und des emotionalen Geschehens, die Oper im Fernsehen eigenen Reiz verleiht. Der Kunst angemessene Ergebnisse erzielt freilich nur eine TV-Regie, die sich für mehr interessiert als für schöne Bilder: für den Kern eines Stücks und einer Produktion.
Wenn eine Fernsehanstalt solche Qualitätsansprüche erfüllt, ist es der deutsch-französische Kultursender ARTE. Seit vielen Jahren hat ARTE immer wieder Maßstäbe bei der Vermittlung klassischer Musik im Fernsehen gesetzt. Kein öffentlich-rechtlicher TV-Kanal bietet mehr Mitschnitte und Live-Übertragungen aus den großen Opernhäusern der Welt. Deshalb freuen wir uns über eine neue Partnerschaft der besonderen ...
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Das entscheidende Kriterium für die Repertoiretauglichkeit einer Barockoper sei nicht die Musik, sondern die Handlung, erklärte René Jacobs einmal. Während nämlich die Musik bei vielen Werken von hoher Qualität sei, besäßen nur wenige Libretti genug dramatische Stringenz, um heute noch auf der Bühne zu überzeugen. Wer einmal versucht hat, sich die Inhaltsangabe...
m Schluss der neunzigminütigen Aufführung stolperte Hans Neuenfels wie ein großes Kind auf die Bühne des Basler Theaters: als wollte und könnte er die Begeisterung des Publikums nicht recht begreifen. Das Ritual, das sonst allerorten die Premieren beherrscht – Beifall für die Solisten und den Dirigenten, Buhs für das Regieteam – war an diesem Abend außer Kraft...
Monteverdi, Cavalli, Vivaldi, Galuppi, Goldoni – sie alle haben in der Serenissima gelebt und ihre Meisterwerke geschaffen. Kaum eine Stadt kann sich einer solchen Vielzahl von großen Namen der Musik- und Theaterwelt des Barock rühmen wie Venedig. Das Teatro «La Fenice» ist sich dieses außergewöhnlichen Erbes bewusst: In der letzten Saison gab es zum...
