Editorial
Kürzlich hat der Bundesverband der Musikindustrie (IFPI Deutschland) seinen Wirtschaftsbericht 2008 veröffentlicht. Zahlen, die der Branche – zumal den vier verbliebenen Großkonzernen (EMI, Sony, Universal, Warner) – wenig Freude bereiten: Die Einnahmen aus dem Verkauf von Tonträgern sind weiter gesunken – in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um vergleichsweise moderate 4,7 Prozent (auf knapp 1,6 Milliarden Euro), weltweit in zweistelliger Höhe. Bestätigung für einen Trend, der seit fast zehn Jahren anhält.
Niemand weiß genau, ob die Tage von CD und DVD gezählt sind, wie manche Lobbyisten unken. Sicher ist, dass es Zuwächse lediglich bei legalen Musik-Downloads aus dem Internet gibt. Die Verluste im CD-Bereich lassen sich damit nicht ausgleichen.
Kein Wunder also, dass die Plattenfirmen sich nach neuen Geschäftsfeldern umsehen – und dabei mehr und mehr zu «Music Entertainment Companies» (IFPI-Geschäftsführer Stefan Michalk) mutieren, die alles unter einem Dach vereinen: Musikproduktion, Rechtehandel, Konzertmanagement, Ticketvertrieb, Merchandising. Künstler sind in diesem System nicht mehr und nicht weniger als Produkte, die sich auf dem Markt behaupten müssen. Wer nicht genügend ...
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Vom Mantuaner Gonzaga-Hof anno 1607 in die Gegenwart (Schlussbild) hatten William Christie und Pier Luigi Pizzi das Publikum vor einem Jahr am Teatro Real mit «Orfeo» geführt (OW 7/2008). Schauplatz des zweiten Teils ihrer Monteverdi-Trilogie (in Kooperation mit dem Teatro La Fenice, Venedig) ist jetzt eine griechische Insel der Gegenwart. Sand, der den...
Das schöne, wilde Tier reizt unablässig Theater und Regisseure. Direkt nach Calixto Bieitos exzessiver Strip- und Seelenorgie in Basel folgten zwei weitere Inszenierungen: an der Opéra de Lyon und am Staatstheater Wiesbaden, wo «Lulu» anspruchsvoll die Maifestspiele eröffnete.
Im Vergleich der Aufführungen könnte man sagen: Mit Bergs «Lulu», die natürlich auch...
Saverio Mercadantes 1850 entstandene Tragedia lirica «Virginia» stand schon lange auf der Wunschliste des Schatzsucher-Teams von Opera Rara: Die Auftrittsarie des Schurken Appio war bereits vor zwölf Jahren Teil eines Recitals, das der damalige Haustenor Bruce Ford für das englische Spezialisten-Label einspielte.
In der Aufnahme, die nun als dritte...
