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Schon der Begriff «Nowosibirsk» gilt im deutschsprachigen Raum als Synonym für das Ende der Welt. Umso erstaunlicher, dass eine Opernproduktion, die in Sibirien aus der Taufe gehoben wurde, bei ihrer Premiere an der koproduzierenden Pariser Bastille-Oper deutlich frischer, unkonventioneller und gegenwartsnäher daherkommt als der mitteleuropäische Mainstream.
Macbeth ist ein moderner Warlord, der aus egal welchem Krieg nach Hause in seine kleinbürgerliche Vorstadt zurückkehrt.
Das Publikum zoomt immer wieder via gigantischer Google Earth-Screen aus der Vogelperspektive auf die Straßen, Plätze und Häuser hinunter, von Regisseur und Ausstatter Dmitri Tcherniakov zum perfekten Voyeur gemacht. Die Kamera fliegt bis hinein ins Macbeth’sche Wohnzimmerfenster, wo die virtuelle Welt – technisch ein Geniestreich – übergangslos in die Bühnenrealität mündet.
Der Horror findet im Kopf des Titelhelden statt. Die Hexen, Bancos gedungene Mörder, die Aufständischen: Es sind immer nur die grauen Bewohner der grauen Vorstadt, zwischen denen die Handlung abrollt. Die wahre Hölle sind die Nachbarn – Sartre meets Lars von Trier und die «Desperate Housewives». Da ist es nur logisch, dass König Duncan als ...
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Joseph Haydn schien mit seinen Lebens- und Schaffensumständen nach außen hin stets d’accord; ein «Homo politicus» war er wohl nie. Hanns Eisler umso mehr; im Gespräch mit Hans Bunge tadelte er denn auch das «zurückgebliebene gesellschaftliche Verhalten» mancher Musiktitanen. «Selbst bei dem größten Musiker der Menschheitsgeschichte, bei Mozart, ist noch das Klirren...
Ein erstaunliches Ritual ereignete sich am 24. Dezember des Jahres 1907 in einem unter-irdischen Gewölbe des Palais Garnier, der Pariser Opéra: Eine Gruppe vornehm gekleideter Würdenträger deponierte dort an entlegener Stelle zwei topfartige Gefäße, in die man 24 Schallplatten mit Aufnahmen bekannter Sänger und Instrumentalisten dieser Zeit versenkt hatte, «Urnen»,...
Immer wieder gewährt die Nationaloper Helsinki in dieser Spielzeit ihren Besuchern einen Blick auf die Seele Finnlands, so wie sie sich in Werken einheimischer Komponisten während der letzten 150 Jahre spiegelte. Hierzu gehört auch Leevi Madetojas erste Oper «Pohjalaisia» (Die Ostbottnier), die 1924 in Helsinki mit großem Erfolg uraufgeführt wurde. Das Opus empfand...
