Echte Trouvaillen
Auch in der Ära Konrad Adenauers und Charles de Gaulles, als die deutsch-französische Aussöhnung auf der Tagesordnung ganz oben stand, wurden die künstlerischen Leistungen des Nachbarlandes, jedenfalls soweit es die Gesangskunst betraf, östlich des Rheins kaum wahrgenommen. Das hat sich inzwischen geändert. Auch dank des Institut National de l’Audiovisuel (INA), das seit 1992 die Rezeption mit Funk- und Fernsehdokumenten aus dieser Epoche belebt. Die Reihe «mémoire vive» hält viele Überraschungen bereit.
Etwa eine Fernsehproduktion von Puccinis «La Bohème» aus dem Jahr 1960. Gesungen wird in französischer Sprache, was dem Werk musikalisch keinen Abbruch tut und dramaturgisch einigermaßen triftig ist, da Regisseur und Ausstatter alles tun, um die Welt heraufzubeschwören, in der Henri Murgers Roman spielt. Das hat etwas rührend Nostalgisches, und die Patina verleiht der Inszenierung aus heutiger Sicht einen zusätzlichen Reiz. Die Kostüme sind adrett, die Bohemiens – schon reifere Semester, die nicht wie Hungerkünstler aussehen – wirken wie aus dem Ei gepellt, auch die Mansarde macht einen sauberen Eindruck. Besonderen historischen Wert gewinnt der Film durch die Mitwirkung von Alain ...
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Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 35
von Ekkehard Pluta
ARD-ALPHA
8.5. – 11.00 Uhr
Zauber der Oboe.
Porträt Albrecht Mayer.
15.5. – 11.00 Uhr
Albrecht Mayer
in concert.
16.5. – 11.00 Uhr
Jonas Kaufmann singt
deutsche Arien.
22.5. – 11.00 Uhr
Lang Lang in China.
Das Konzert in Peking.
29.5. – 11.00 Uhr
Kammerkonzert
in Schloss Haimhausen.
arte
1.5. – 7.35 Uhr
Saint-Saëns: Karneval der Tiere.
Orchestre Philharmonique de Radio France,...
Hack- oder Filetsteak, das ist hier die Frage. Der «Vampyr» in der 90-minütigen Fassung des gefeierten Schauspielregisseurs Antú Romero Nunes (dem an der Bayerischen Staatsoper bereits «Guillaume Tell» anvertraut war, siehe OW 8/2014) bietet vor allem Blutsauger-Geschnetzeltes von dem sonst zwei Stunden dauernden Werk. Freilich ist dies genau das, was Nunes am...
Der Captain kratzt sich. Nervös zieht er die Finger den Arm entlang, schabt die Nägel über den Nacken. Das Publikum soll verstehen: Hier will einer aus seiner Haut. Machthunger quält ihn. König Arthur liegt im Sterben, und Königin Ginevra kann das Vakuum nicht füllen – ihre Tage verbringt sie, mit dem Schicksal hadernd, im Bett.
Ein sieches Reich entwirft die...
