Ornament der Kasse?
Ob eine Renaissance der Operette auf deutschen Bühnen bevorsteht oder möglicherweise schon im Gange ist, lässt sich noch nicht eindeutig bestimmen. Einige Signale sprechen dafür, denkt man etwa an die Aktivitäten der Dresdner Staatsoperette, der Komischen Oper Berlin, der Oper Dortmund oder des Labels cpo. Unzweifelhaft aber ist das verstärkte wissenschaftliche Interesse, das der so lange verschmähten Gattung entgegengebracht wird. Kongresse und Bücher beschwören den hohen kulturgeschichtlichen und ästhetischen Stellenwert der «leichten» Gattung.
Im vergangenen Jahr fand an der Komischen Oper Berlin ein Symposion zum Thema statt, ausgerichtet von der University of Chicago, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Fachzeitschrift «The Opera Quarterly». Die Ergebnisse liegen nun in Buchform vor. Der Fokus liegt auf der (Revue-)Operette der 20er- und 30er-Jahre – ein Spezialgebiet der Komischen Oper und ihres Intendanten Barrie Kosky. Den Band zieren zahlreiche historische Illustrationen, ferner 16 ganzseitige Farbfotos aus vier Produktionen des Hauses – da wird Wissenschaft geschickt mit Eigenwerbung verbunden. Die Textbeiträge haben vor allem die aktuelle ...
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Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 36
von Ekkehard Pluta
Es war ein Kuriosum der Operngeschichte, eine Art Doppel-Uraufführung in einem Zeitraum von vier Monaten: Im Dezember 1925 kam an der Berliner Staatsoper Alban Bergs «Wozzeck» heraus, die grandiose Vertonung des grandiosen Büchner-Dramas; im April 1926 brachte das Stadttheater Bremen eine Opernfassung desselben Stoffes von seinem damaligen Generalmusikdirektor...
Hack- oder Filetsteak, das ist hier die Frage. Der «Vampyr» in der 90-minütigen Fassung des gefeierten Schauspielregisseurs Antú Romero Nunes (dem an der Bayerischen Staatsoper bereits «Guillaume Tell» anvertraut war, siehe OW 8/2014) bietet vor allem Blutsauger-Geschnetzeltes von dem sonst zwei Stunden dauernden Werk. Freilich ist dies genau das, was Nunes am...
Wie ist so etwas noch möglich? Eine Produktion, die alles vermissen lässt, was heutige Technik bieten könnte: Raumklang, Unmittelbarkeit, Transparenz, Staffelung usw. Nichts davon hört man bei dieser Einspielung aller Liedbearbeitungen und Lieder von Luigi Dallapiccola. Das Klavier bleibt meist in den Hintergrund verbannt, muffig im Klang. Die Stimmen wirken dumpf,...
