Dringend benötigt

Marie-Theres Arnbom erinnert an Künstlerinnen und Künstler, die 1938 aus der Wiener Volksoper verstoßen wurden

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Der Mann mit dem Fliegenbärtchen, polternd die Forrsäähung beschwörend; dazu eine Riege Kuchen mampfender, gleichwohl hingerissener Damen, die ihn «als Messias lieben»: Skurril-komisch wie aus Chaplins «The Great Dictator» mutet diese Szene des Auftritts Hitlers 1931 in einer Münchner Konditorei an, die Karl Lustig-Prean, ein ehemaliger Direktor der Wiener Volksoper, da beschreibt. Wenn sie angesichts der historischen Realität nicht so beklemmend wäre.

Marie-Theres Arnbom zitiert sie in ihrem Buch «Ihre Dienste werden nicht mehr benötigt», das anlässlich des 120-jährigen Bestehens der Wiener Volksoper erschienen ist. Ein Anfall grimmigen Humors in einer Publikation, die sonst keinen Anlass für Scherze bietet, werden doch die Schicksale der hier engagierten jüdischen Künstlerinnen und Künstlern nach Österreichs «Anschluss» im März 1938 untersucht.

Konnte der Mensch je über seinen Schatten springen? Kein Zufall, dass die diesmaligen Weihnachts- und Neujahrs-Botschaften von Papst Franziskus, Queen Elizabeth, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sowie Kanzlerin Angela Merkel einen gemeinsamen Nenner zu haben schienen: den beinahe händeringenden Versuch, jenen gegenseitigen ...

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Opernwelt März 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Gerhard Persché

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