Szenische Versuche zu Verdis Frühwerk
Verdis Opern aus den von ihm selbst so genannten «Galeerenjahren», geprägt von einem patriotischen, oft kriegerischen Duktus, stellen für das heutige Musiktheater eine große Herausforderung dar, zumal in szenischer Hinsicht. Auch in Italien suchen immer mehr Regisseure Antworten jenseits illustrativer Arrangements. Drei neuere, auf DVD dokumentierte Arbeiten legen nun eine vergleichende Betrachtung nahe.
Der erste Versuch des Komponisten, ein Drama von Schiller zu vertonen, «Giovanna d’Arco», wird heute vorzugsweise konzertant gegeben.
Zu undramatisch, zu wenig schlüssig erscheint das Libretto von Temistocle Solera, der das umfangreiche Personal des Schauspiels auf fünf Rollen reduziert und dafür den Chören breiten Raum einräumt. Der englische Filmregisseur Peter Greenaway hat in Parma in Zusammenarbeit mit seiner Frau, der Videokünstlerin Saskia Boddeke, eine Inszenierung geschaffen, die in ihrer Bildkraft fasziniert und alle Bedenken hinwegfegt. Der Spielort hat auf den starken Gesamteindruck einen nicht unwesentlichen Einfluss: Die Aufführung fand nicht im Teatro Regio statt, dem eigentlichen Opernhaus Parmas, sondern im barocken Teatro Farnese (1617/18), das – im Krieg ...
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Opernwelt März 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 21
von Ekkehard Pluta
Die Handlung spielt in Paris, doch wäre sie nicht besser im flämischen Antwerpen, der Stadt der Juweliere und Diamantenveredler, verortet? Immerhin ist Paul Hindemiths «Cardillac», die Geschichte vom Goldschmied, der seine Produkte zwar verkauft, seine Kunden aber dann meuchlings ermordet, um sich die Kunstwerke zurückholen und allein an ihnen delektieren zu...
Jetzt ist er also abgeschlossen, der im Januar 2015 begonnene «Ring» aus Hongkong, über dessen Anfänge mit «Rheingold» und «Walküre» in dieser Zeitschrift bereits berichtet wurde (OW 2/2017). Dass er keine neue Sicht auf die in letzter Zeit allzu häufig eingespielte Tetralogie eröffnen würde, war schon damals abzusehen. Doch ergibt sich nun aus der Gesamtschau...
Der Mann mit dem Fliegenbärtchen, polternd die Forrsäähung beschwörend; dazu eine Riege Kuchen mampfender, gleichwohl hingerissener Damen, die ihn «als Messias lieben»: Skurril-komisch wie aus Chaplins «The Great Dictator» mutet diese Szene des Auftritts Hitlers 1931 in einer Münchner Konditorei an, die Karl Lustig-Prean, ein ehemaliger Direktor der Wiener...
