Szenische Versuche zu Verdis Frühwerk
Verdis Opern aus den von ihm selbst so genannten «Galeerenjahren», geprägt von einem patriotischen, oft kriegerischen Duktus, stellen für das heutige Musiktheater eine große Herausforderung dar, zumal in szenischer Hinsicht. Auch in Italien suchen immer mehr Regisseure Antworten jenseits illustrativer Arrangements. Drei neuere, auf DVD dokumentierte Arbeiten legen nun eine vergleichende Betrachtung nahe.
Der erste Versuch des Komponisten, ein Drama von Schiller zu vertonen, «Giovanna d’Arco», wird heute vorzugsweise konzertant gegeben.
Zu undramatisch, zu wenig schlüssig erscheint das Libretto von Temistocle Solera, der das umfangreiche Personal des Schauspiels auf fünf Rollen reduziert und dafür den Chören breiten Raum einräumt. Der englische Filmregisseur Peter Greenaway hat in Parma in Zusammenarbeit mit seiner Frau, der Videokünstlerin Saskia Boddeke, eine Inszenierung geschaffen, die in ihrer Bildkraft fasziniert und alle Bedenken hinwegfegt. Der Spielort hat auf den starken Gesamteindruck einen nicht unwesentlichen Einfluss: Die Aufführung fand nicht im Teatro Regio statt, dem eigentlichen Opernhaus Parmas, sondern im barocken Teatro Farnese (1617/18), das – im Krieg ...
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Opernwelt März 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 21
von Ekkehard Pluta
Das hat sich Eduard Tobler, Besitzer der Berliner Tobler-Werke, fein ausgedacht: einmal inkognito als armer Mann in den Winterurlaub zu reisen, um herauszufinden, ob er im Grandhotel dann ebenso gut behandelt wird wie die Millionäre, zu denen er eigentlich gehört. Nur dass ihm zum einen seine Tochter dazwischenfunkt, die dem Hoteldirektor vorab verrät, dass da gar...
Anfang der 1890er-Jahre, als Mascagnis Überraschungs-Hit «Cavalleria rusticana» eine Verismo-Welle auslöste, auf der bald viele junge Tonsetzer erfolgreich mitschwammen, mag sich Jules Massenet in Paris gedacht haben: Na wartet, Bürschchen, euch zeige ich, wer der Meister aller Klassen ist! Und er hatte auch schon eine Interpretin zur Hand, die seinen Beitrag zur...
Etwas fehlt. Paul Ackermann, Holzfäller aus Alaska, schreit diese Erkenntnis in die Welt. Trotz Frauen, Partys und Konsumgütern bleibt das Glück Utopie. In «Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny» wollten Weill und Brecht zeigen, wohin kapitalistische Gier den Menschen treibt. Drei Gauner gründen ein vermeintliches Vergnügungsparadies, dessen einziger Sinn darin...
