Drei zu zwei
Ältere Plattenfreaks denken gerne an die magischen Momente, da der Diamant des Tonarms sich mit leisem Knirschen auf den Rand der Vinyl-Platte senkte und wenige Augenblicke später einen Klang beschwor, der runder, wärmer und farbiger schien als alles, was die Silberscheiben heute zu bieten vermögen. Kein Wunder, dass Vinyl wieder im Kommen scheint. Doch etablierte sich durch die CD – dank der deutlich geringeren Produktionskosten – ein vielschichtigeres Repertoire. Wobei auch Sänger zu Ton kommen, die sich (noch) nicht im Schutzkreis der Majors bewegen.
Wie etwa Rafael Fingerlos. Der junge Bariton aus dem salzburgischen Tamsweg gehört seit zwei Jahren dem Ensemble der Wiener Staatsoper an, hat aber auch andernorts schon auf sich aufmerksam gemacht, bei den Salzburger Festspielen oder auch als Papageno und Figaro in Dresden. Sein Debüt-Recital «Stille und Nacht» spielt bewusst auf das bekannte Weihnachtslied an; es kommt aus Fingerlos’ Heimat. Es ist zugleich Zielpunkt dieses Programms, innig vorgetragen – gemeinsam mit dem Tenor Bernhard Berchthold und zu originaler Gitarrenbegleitung (David Bader). Davor aber reisen Fingerlos und sein subtiler Klavier-Cicerone Sascha El Mouissi ...
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Opernwelt März 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 21
von Gerhard Persché
Der Empfang ist frostig, die Stadt zeigt ihr grimmiges Gesicht. Schneeschauer, eisige Winde, auch der Busfahrer scheint nicht seinen besten Tag zu haben. Mit versteinerter Miene manövriert er sein Gefährt durch die weißgraue Landschaft, und wer unsicher ist, an welcher Haltestelle er aussteigen muss, hat eben Pech gehabt. Das alles bei minus fünf Grad. Nicht jedem...
Erst allmählich wird die Bühne zum Ort, gibt die Weite der Natur das gesellschaftlich Festumrissene frei. Die Freiburger Szene zu Leoš Janáčeks «Katja Kabanowa» stammt von Alfred Peter und sagt mehr als tausend Worte. Wie aus der Tiefe des Raumes herangezoomt, mit der Lupe betrachtet: zwei Zimmer wie Puppenstuben, Gefängnisse überwiegend bigotter Tradition – Enge,...
Man sieht es und staunt: Mitten auf der kleinen Bühne des Theaters Plauen ist ein fliegender Teppich gelandet und hat gleich einige Musiker aus dem Orient ins schöne Sachsen mitgebracht. Diese ergänzen nun mit authentischen Klängen aus ihrer Heimat die von Peter Cornelius recht umständlich erzählte Geschichte vom verhinderten Liebespaar und der Hilfe durch den...
