Drei Hochs auf Jean-Philippe Rameau

«Castor et Pollux» mit Raphaël Pichon, «Zaïs» und «Les Indes galantes» unter Christophe Rousset

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Bis auf «Platée», das beliebte Ballet bouffon, tauchen Rameaus Werke nach wie vor selten in den Spielplänen auf. Diskografisch steht seine Sache aber gar nicht schlecht – eine Nachwirkung des 250. Todestags 2014. Drei Neuerscheinungen der letzten Monate verdienen Beachtung.



In «Castor et Pollux» (gespielt wird die prologlose Version von 1754) lassen Raphaël Pichon (*1984) und sein Ensemble Pygmalion mit auffällig feinem Gespür für die Zusammenhänge zwischen Instrumentierung und Affekt aufhorchen: Um den Nachwuchs muss Frankreichs Alte Musik Szene sich wahrlich keine Sorgen machen. Erstklassig auch der Chor, elastisch und belebt noch in den Seufzern des Begräbnisgesangs «Que tout gémisse». Sabine Devieilhe unterstützt das Solistenensemble hochkarätig in mehreren Minipartien, Clémentine Margaines starker, kühler Mezzo ist in der Partie der eifersüchtigen Phébé eine Entdeckung. Deren von Castor und Pollux umworbene Schwester Télaïre singt Emmanuelle de Negri quellwasserklar und stilistisch souverän, ihre Ausdruckspalette könnte freilich breiter sein – so bleibt, wenn Phébé mit «Tristes apprêts» um Castor trauert, die innere Verletzung allzu blass. Verglichen mit den Damen fallen die ...

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Opernwelt April 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 21
von Wiebke Roloff

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