Donizetti: Maria Stuarda
Er ist ein Dirigent, wie ihn sich jedes Orchester nur wünschen kann – nicht nur ausnehmend präzise in der Schlagtechnik und von umfassender Werkkenntnis, sondern offensichtlich mit einem Charisma ausgestattet, das Musiker zu Höchstleistungen animiert: der neunundzwanzigjährige Ungar Henrik Nánási. Auch Kollektive großer, renommierter Häuser spielen selten so differenziert, in solcher Feinabstimmung, so beseelt (Flöten, Holzbläser!), aber auch so direkt zupackend, ja peitschenknallend wie das Philharmonische Orchester in dieser Augsburger Erstaufführung.
Da die Inszenierung von Pavel Fieber Donizettis Schiller-Vertonung nur dekoriert, statt sie in Szene zu setzen, da er die Sänger wie Puppenskulpturen in grellfarbene Krinolinen à la Oskar Schlemmer steckt, aus dieser wenig abendfüllenden Idee aber keine wie auch immer stilisierte Personenregie ableitet, kann man sich ganz auf die Musik konzentrieren und Nánási bei der Arbeit zuschauen. Außerdem sind die beiden Königinnen exzellent besetzt: Die Elisabetta von Vuokko Kekäläinen trumpft dunkel timbriert und doch mit beweglicher Stimme auf. Kristen Strejc ist mit einem hellen, leichten, zart vibrierenden Sopran das perfekte Gegenbild. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Fast zehn Jahre hat sich Pascal Dusapin für sein viertes Bühnenopus «Perelà – uomo di fumo» Zeit genommen. Und – um es vorweg zu sagen – jede Minute der ausgedehnten Inkubationsphase hat sich ausgezahlt: ein großer Wurf! In dem durch einen Roman des italienischen Futuristen Aldo Palazzeschi («Il codice di Perelà», 1911) inspirierten, 2003 an der Pariser...
Sie ist die Strippenzieherin im Reiche Roms. Sie will den Kaiser ermorden lassen, weil der es zunächst ablehnt, sie zu heiraten. Vitellia ist eine Auftraggeberin für Killer, die die schmutzige Arbeit an ihren Geliebten Sesto delegiert und am Ende doppelt glücklich davonkommt, weil das Attentat gescheitert ist und sie ausgerechnet von ihrem Wunschopfer begnadigt...
Die Allerheiligen Hofkirche in der Münchner Residenz ist ein kultischer Ort im Doppelsinne: einerseits säkularisierter Sakralraum, andererseits neuerdings viel bespielter Konzertsaal dank traumhafter Akustik und einer besonderen Atmosphäre durch eine bei der Renovierung nach Kriegsverwüstung bewusst unfertig belassenen karminroten Ziegelstruktur.
Arnaldo de...
