Reif für die Insel
Zwei Leitern, zwei Stege, zwei Bodengitter, drei Hohlwände und ein paar Klappen – mehr bedarf es nicht, um eine Bühnenschlacht zu evozieren. Und für mehr ist im kleinen Rokoko-Theater des Neuen Palais zu Potsdam Sanssouci ohnehin kein Platz. Der Schicksalskampf zwischen dem mythischen Britenkönig Arthur und dem sächsischen Heidenherrscher Oswald, von dem Arthur Dryden und Henry Purcell in ihrer 1691 uraufgeführten semi opera erzählen, dringt dennoch glaubhaft über den Minigraben, in dem Wolfgang Katschner und die Berliner Lautten Compagney musikalisch Funken schlagen.
Am Ende des ersten Aktes (dem vier weitere folgen) scheint die Sache schon entschieden: «Come if you dare» schleudert Arthur (Clayton Nemrow) dem Widersacher mit siegesbewusstem Tenor entgegen, und die in strahlendem Forte jubilierenden Naturtrompeten lassen keinen Zweifel, dass es nicht gut aussieht für Oswald und die Seinen. Doch so schnell geben sich die Sachsen nicht geschlagen.
Was militärisch nicht zu erreichen war, soll nun der fiese Erdgeist Grimbald (Jesse Inman) richten. Wobei es plötzlich weniger um das Sagen als um die blinde Prinzessin Emmeline (Laura Cameron) geht, an der Arthur wie Oswald (Tye ...
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