Diven-Offensive
Mit drei fast zeitgleich veröffentlichten Recitals geht Virgin Classics in eine Primadonnen-Offensive, die sich auch in der Programmgestaltung vom Mainstream abzuheben versucht.
Im Fall der amerikanischen Mezzosopranistin Joyce Di Donato ist die Idee eines Konzept-Albums, das bekannte Opernstoffe von verschiedenen Seiten beleuchtet, sei es durch den Wechsel der Zeiten und Stile, sei es durch die unterschiedliche Geschlechtsperspektive, zunächst vielversprechend: Mozarts Susanna trifft Cherubin und dieser seinen Nachfolger bei Massenet, Sesto in Glucks «La clemenza di Tito» steht Vitellia in Mozarts Version desselben Sujets gegenüber, auf Gounods Siebel folgt die Marguerite von Berlioz und so weiter.
Doch diese Gegenüberstellung wird nicht wirklich erhellend, da die Sängerin zu wenig Farbe bekennt, und zwar im doppelten Sinn: vokal wie interpretatorisch. Zunächst die Stimme: Sie scheint zum (hellen) Sopran mutiert, klingt in der Tiefe ausgebleicht und ausgedünnt. In ihren Rossini-Glanzpartien Rosina und Cenerentola bleibt sie trotz technischer Bravour deutlich hinter früheren Aufnahmen zurück.
In den meisten Fällen fehlt obendrein der dramatische Zugriff auf die Rollen. Männer wie ...
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