Diseusenkunst

Dagmar Manzel singt Lieder von Friedrich Hollaender

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Keine Illusionen mehr zu haben und dabei weder zu verzagen noch zynisch zu werden; das Schlechte nicht cool zu finden und das Gute nicht lächerlich zu machen; von der Welt und den Menschen nicht viel zu erwarten, aber trotzdem den Anstand zu wahren – das ist Kunst. Und es war im Besonderen die Kunst des musikalischen Kabaretts im Berlin der Weimarer Republik, die Kunst von Mischa Spoliansky, Kurt Tucholsky, Rudolf Nelson und Friedrich Hollaender. Sie ist, wie ihre Umgebungskultur, heute längst ein Teil des Stadtmarketings in Berlin geworden.

«Schon wieder gold’ne Zwanziger – geht’s nicht noch ’n bisschen ranziger?», würde Hol­laender heute dichten, wenn er sähe, was in den Souvenirshops und Kleinkunstetablissements verramscht wird.

Nun hat sich auch die Schauspielerin Dagmar Manzel gemeinsam mit dem Pianisten Michael Abramovich und dem Orchester der Komischen Oper Berlin an Hollaenders Lieder aus dem Kabarett «Schall & Rauch», Tonfilmen der 30er- bis 40er-Jahre und der Revue «Futschikato» von 1961 gewagt und damit an der Komischen Oper ihrem Publikum einen Abend beschert, der alle Bedenken im Nu entkräftete. Manzel kann diese Lieder singen, ohne sich bei den berühmten ...

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Opernwelt April 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Jan Brachmann

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