Frauenliebe, scheiternd
Es mag Zufall gewesen sein, dass der Besuch des Doppelabends mit Poulencs «Voix humaine» und Bartóks «Herzog Blaubarts Burg» genau auf den Weltfrauen-Tag fiel. Sind doch beide Einakter exemplarisch auf das Schicksal einer in den Fesseln der Liebe ausweglos verstrickten Frau fokussiert. Die thematische Koinzidenz ist evident, wenn auch nicht unbedingt singulär. Poulencs Monodram und Bartóks zentrales Bühnenwerk sind Modellfälle zwangsläufig scheiternder übergroßer Frauenliebe zu eher phantomhaften Männern.
Wobei die französische Version (1929/1959) die metaphysische Überhöhung der «amour fou» verweigert: keine Spur von «Erlösung». Natürlich ließe sich fragen, ob die einzig im Verlangen nach dem unerreichbaren Geliebten existierende Frau unverändert real ist. Und dass Jean Cocteaus letal endender telefonischer «monologue intérieur» sowohl in der Boudoir-Situation wie im ständigen Intermittieren des «Fräuleins vom Amt» zeitgebunden ist, bleibt ebenso deutlich wie die Kraft von Béla Balázs’ symbolistischer Bildsprache und erst recht Bartóks symphonisch akzentuierter Orchesterdramatik. Umso dringlicher die Kombination der beiden Werke.
Zumal der Regisseur Stephan Müller und Hyun ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Gerhard R. Koch
Verdis dicker, bankrotter Ritter Sir John Falstaff zeigt in Frankfurt den justiziablen Stinkefinger – allerdings nur auf dem Plakat, mit dem die Oper für Verdis bitterböse Komödie wirbt. Auf der Szene selbst geht es in Keith Warners Inszenierung eher gefällig zu. Warner, Boris Kudlicka und Kaspar Glarner (die für Bühne und Kostüme verantwortlich zeichnen), zeigen...
arte
2./8.4. – 5.05 Uhr
Musik – Eine Reise fürs Leben.
Dokumentation von Paul Smaczny über den Dirigenten Riccardo Chailly.
3.4. – 5.05 Uhr
9.4. – 5.15 Uhr
Beethoven: Tripelkonzert.
Orchestre national du Capitole de Toulouse, Tugan Sokhiev.
4.4. – 5.05 Uhr
10.4. – 5.20 Uhr
Beethoven: 7. Symphonie.
Amsterdam 2010. Royal Concertgebouw Orchestra, Mariss Jansons.
6.4. – 18.25...
Die Oper ist ein unmögliches Kunstwerk.» Mit diesem verbalen Paukenschlag hat Oscar Bie 1913 sein brillantes, noch immer lesenswertes Buch «Die Oper» eröffnet. Carolyn Abbate und Roger Parker sind derselben Meinung. Die beiden renommierten angloamerikanischen Musikwissenschaftler geben sich allerdings entschieden konservativer als der deutsche Kulturhistoriker,...
