Dieser zarte Funken Hoffnung

Das Theater Osnabrück erfüllt dem erst kürzlich verstorbenen Péter Eötvös einen Herzenswunsch und verklammert dessen Oper «Senza sangue» mit Bartóks Einakter «Herzog Blaubarts Burg»

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Sie sind einander nahe. Sehr nahe: der Tod und das Mädchen. Nur wenige Zentimeter trennen sie, ein winziger synaptischer (Licht-)Spalt, und würde es mit rechten Dingen zugehen, wäre das Spiel, kaum ist die Stille nach den Schüssen eingetreten, vorbei und würde der Tod das Mädchen in seine Arme schließen. Doch kaum hat sich jene Falltür geöffnet, unter der Manuel Rocas Tochter liegt, während oben ihr Vater, ein ehemaliger Arzt, und ihr Bruder kaltblütig ermordet werden, öffnet sich auch das Herz des jungen Mannes, der sie entdeckt hat und eigentlich nicht am Leben lassen darf.

Doch Tito, so nennen ihn seine Mitstreiter El Gurre und Salinas, wird von Ninas Blick so sehr, fast Sartre’isch, gebannt, dass er ihr das Leben schenkt …

«Senza sangue» heißt die bittersüße Novelle von Alessandro Baricco, die Péter Eötvös zu seinem gleichnamigen, 2016 beim Grand Opéra Festival in Avignon uraufgeführten Bühnenwerk inspirierte. Bariccos Text ist im Libretto von Mari Mezei größtenteils beibehalten, allerdings wird die Szene auf dem Bauernhof nur kursorisch und in Rückblenden erzählt, in zarten Nuancen und Andeutungen über das Vergangene. Was damals, vor vielen Jahren, geschah, erschließt sich in ...

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Opernwelt Juni 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Jürgen Otten

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