Dienstleister und Feuerwehr
«Ein bisschen absurd» sei die Angelegenheit, sagt er. «Es ist sogar etwas geisteskrank.» Schuld, Sühne, das mag da mitschwingen, wahrscheinlich auch anderes: Stolz. Zwei Premieren innerhalb von drei Tagen, Donizettis «Maria Stuarda» am Münchner Gärtnerplatz (22. März), dann Puccinis «Tosca» bei den Salzburger Osterfestspielen (24. März), das muss Michael Sturminger erst mal einer nachmachen. Tut aber keiner. Und genau dies ist das Problem – von Sturminger.
Spätestens nach dem Einspringen beim Salzburger «Jedermann» hat der Österreicher sein Label weg: ein Regie-Feuerwehrmann, ein flotter Bühnenbediener. Oper als Fast Food, die McDonaldisierung des Musiktheaters. Schmeckt leidlich, macht satt, hält aber nicht lange vor – offenkundig eine denkbare Berufsnische.
Am meisten purzelte aus Sturmingers geschütteltem Ärmel im Großen Festspielhaus heraus. Kunststück: Für zweieinhalb «Tosca»-Stunden darf mutmaßlich ein Drittel des Gärtnerplatz-Saisonetats verjubelt werden. 20 Sekunden lang, noch bevor Christian Thielemann die ersten Akkorde durch den Saal wälzen lässt, gibt es eine mafiöse Ballerei in einer Tiefgarage. Die fährt sofort nach unten, während Angelotti nach oben ins ...
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Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Markus Thiel
Die kunstvollen, teils kontrapunktischen Arien, die Ouvertüre und den Schlusschor gab es bereits – erstmals 1727 waren sie in London erklungen, bei der Uraufführung von Händels «Riccardo primo, Re d’Inghilterra» auf ein Libretto von Paolo Antonio Rolli. Als Telemann einen Druck der Gesangsnummern aus «Riccardo» erhielt, erschien ihm eine Aufführung in Hamburg...
59. Jahrgang, Nr 5
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Die Tränen Sofias sind anders. Irgendwie weicher, samtiger. Dass sie aber so reichlich vom Himmel herabkullern, überrascht selbst Einheimische. Frühling sollte es sein, wenn Gäste aus aller Damen und Herren Länder in die bulgarische Kapitale kommen, aus Kanada und Österreich, Schweden und den USA, aus Litauen und Lettland, um sich im schmucken Opernhaus drei Tage...
