Die Waffen nieder!
Kriegsspiele haben Tradition. Auf Holzsoldaten folgten Zinnfiguren, dann kamen Armeen aus Kunststoff, bevor Spielzeugblaster und Ego-Shooter für den bislang letzten Evolutionssprung des homo ludens sorgten. Es gibt aber auch ziemlich intellektuelle Formen der Kriegsspielerei: Die eine heißt Schach, die andere Regietheater. Friedensbewegte Zeitgenossen meinen, allein der Besitz von Waffen führe zwangsläufig zu deren Einsatz. Für Theater und Opernhäuser gilt das ohne jeden Zweifel.
Und das gute Gewissen liefern sie auch gleich mit, sind doch die Machinationen von Krieg und Gewalt, die uns mittlerweile jedes Haus vorsetzt, selbstverständlich kritisch intendiert.
Nun wird in Opern eher gepflegt gemordet, nämlich individuell und motiviert. Um kollektive Katastrophen zeigen zu können, müssen die Libretti umgeschrieben, Zeit und Ort verfälscht werden. Dieses Los ereilte jetzt auch Riccardo Zandonais Liebesdrama von 1922 – und das gleich doppelt. Braunschweig verlegt «Giulietta e Romeo» in den Ersten Weltkrieg, Erfurt in den Zweiten. So erfreulich Inszenierungen durch gleich zwei deutsche Bühnen sind, so ärgerlich sind die faden «Aktualisierungen»; einem Außenseiter wie «Giulietta e ...
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Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Volker Tarnow
Opern von Ottorino Respighi schafften es in Nordamerika selten auf den Spielplan. Die Metropolitan Opera etwa stellte ein einziges Werk vor: «La campana sommersa»– in der Saison 1928/29. Die letzte szenische Produktion in New York riskierte die Gotham Opera vor zwölf Jahren: «La bella dormenta nel bosco». Nun konnte man «La campana sommersa» dank der New York City...
Am Ende steuert alles auf den Gesamtkunstwerker zu. Naturgemäß, könnte man bei diesem Autor sagen: Auf dem weiten Feld der Wagner-Rezeption gehört Udo Bermbach zu den aktivsten Analytikern. «Wagneriana / Bayreuthiana» bildet das große Finale seines neuen Buchs. Es versammelt Reden, Programmheftbeiträge und andere Essays aus den Jahren 1999 bis 2016, die meisten...
Virginia Zeani (* 1925), deren Karriere über drei Jahrzehnte währte, gehörte zu den großen Primadonnen der Callas-Ära, blieb bei uns aber lange Zeit unbekannt. Im ersten Jahrzehnt ihrer Karriere war sie auf die Belcanto-Rollen Donizettis, Bellinis und Rossinis spezialisiert, daneben als Gilda und insbesondere Traviata erfolgreich. In den 60er-Jahren entwickelte sie...
