Die Überschall-Schnecke

Sein Lenski ist eine Offenbarung, den Gvidon im «Zaren Saltan» und den Myschkin in Weinbergs «Idiot» führte er in neue Dimensionen. Ein Gespräch mit Bogdan Volkov über die Auseinandersetzung mit seinen Rollen, über die Arbeit mit Dmitri Tcherniakov und über die Schwierigkeit von Mozart

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Herr Volkov, wenn Sie auf der Bühne stehen, wirkt es, als wären Sie dort geboren. Erzählen Sie, wie alles begann. Wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen?
Ich wurde in einer kleinen Stadt in der Ostukraine geboren. Schon als Kind spürte ich, dass nur die Musik mein Interessengebiet ist. Irgendwann zogen wir nach Donezk – eine größere Stadt, in der ich ernsthaft Gesangsunterricht nehmen konnte. Nach der Schule entschied ich mich für die Musik und begann mein Studium an einer Musikakademie in der Hauptstadt, in Kiew. Später studierte ich dort am Konservatorium.

Sind Sie ein Einzelkind?
Ich habe eine jüngere Schwester. Aber ich bin der einzige Musiker in der Familie. Die Berufswahl habe ich ganz allein getroffen.

Wie sahen Ihre ersten Bühnenerfahrungen aus?
Am Konservatorium sang ich in der Abschlussaufführung den Alfredo in Verdis «La traviata». Oft trat ich auch bei Konzerten auf: Romanzen, Arien, Lieder. Ich war Mitglied eines Vokalensembles. Das war eine wertvolle Erfahrung.

Wie kamen Sie ins Jugendprogramm des Bolschoi Theaters? Von wem haben Sie dort mehr gelernt: von Svetlana Nesterenko oder Dmitri Wdowin?
Ich traf Svetlana Nesterenko, eine Gesangspädagogin des Jugendprogramms, ...

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Opernwelt Jahrbuch 2025
Rubrik: Sänger des Jahres, Seite 22
von Alexej Parin

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