Die Suche nach der idealen Fassung
Den mehr als vierzig komischen Opern Domenico Cimarosas stehen sechzehn Opere serie entgegen. Davon war «Gli Orazi e i Curazi» seine viertletzte. Geschrieben für Venedig anno 1796 wurde sie zur Erfolgsoper – vornehmlich auf italienischen Bühnen – und als solche kontinuierlich verunstaltet. Bei jeder Neuproduktion wurde die Partitur den jeweiligen Erfordernissen angepasst: Kürzungen hier, Änderungen in der Besetzung dort. Es zählte allein der Erfolg der Aufführung, nicht das Gebot philologischer Korrektheit.
Doch was wiegt schon der Wunsch nach solcher Korrektheit angesichts der Tatsache, dass es nicht eine einzige legitimierte Fassung, sondern infolge der Anpassungen gleich einen ganzen Fundus an Versionen gibt?
Für die Ludwigsburger Schlossfestspiele 2005 wurde aus diesen Fassungen eine Partitur filtriert, die den – wie es im Booklet heißt – «heutigen Anforderungen» entspricht und zeigen soll, «dass das Werk auch nach mehr als 200 Jahren nichts von seiner Lebendigkeit und Faszination eingebüßt hat». Nun liegt ein Mitschnitt dieser von Michael Hofstetter musikalisch verantworteten Produktion auf CD vor. Klanglich ist das Resultat bescheiden. Es gibt kaum Räumlichkeit, kaum ...
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Die Wiener Staatsoper sei kein Haus wie jedes andere, meint Direktor Ioan Holender im Booklet dieser Aufnahmen. Unbestritten – wenngleich zwischen den Zeilen von Holenders Statement jene Führungsrolle mitschwingt, die Wien in der Musik- und Opernwelt gern beansprucht, die man aber in Berlin, London, Mailand, New York, Paris, auch München wahrscheinlich nicht...
Andreas Homokis Komische Oper Berlin gibt sich konsequent realistisch: Eugen Onegin als Jungschnösel der Generation Golf, Mozarts Serail als Metropolen-Bordell, Mahagonny als Ballermann-Disco, Sarastros Feuer-/Wasserprobe als Jungle Camp... In seinen Grundsätzen, reale Menschen und Erfahrungen in den Mittelpunkt zu stellen, beruft sich das seit drei Jahren neu...
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