Die Schatzinsel
Es ist einer dieser milden Frühlingstage, früher Abend. Im Dreieck zwischen der Avenida Canarias, dem Calvo Sotelo und der Calle Lentini am Rande des Barrio Histórico Triana fließt der Verkehr träge und entspannt dahin. Dominiert wird das Bild von den gelben Bussen, die sich an der Küstenstraße aufreihen und die letzten Strandgäste einsammeln. Vom Atlantik weht eine erfrischende Brise herüber, das Klima auf Gran Canaria ist gerade zu dieser Zeit äußerst angenehm, zumal sich immer wieder mal zarte Wolken ineinander verknäueln, um die direkte Sonneneinstrahlung zu filtern.
Nur auf Kunst deutet jetzt, kurz nach sieben, beinahe nichts hin, sieht man von einigen elegant, mit lässigem Schick gekleideten Damen ab, die sich dem Teatro Pérez Galdós nähern, und auch von jenem Mann, der, beinahe unbeachtet und gleichsam als steinerner Gast, draußen vor der Tür des Opernhauses steht: Camille Saint-Saëns ist es, der französische Komponist, dessen Büste den ansonsten wenig pittoresken Platz verschönert und den Gast darauf verweist, dass Musik hier schon vor fernen Zeiten einmal eine bedeutende Rolle gespielt hat. Noch aber ist davon nichts zu sehen, nichts zu spüren.
Vier Stunden später, nach ...
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Opernwelt Juli 2023
Rubrik: Reportage, Seite 58
von Jürgen Otten
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