Die Möglichkeit der Liebe
Arme Donna Leonora di Vargas: Ungeheuerlich die Macht des Schicksals, die an ihrer Seele frisst. Vom kleinen «h» hinauf bis zum zweigestrichenen «H» reicht das Leidpotenzial, das Verdi der weiblichen Hauptfigur seines Melodramma «La forza del destino» in die Partitur hineingeschrieben hat. Was die Angelegenheit verkompliziert, ist die Tatsache, dass sich innerhalb der Tessitura nicht eben selten Sprünge finden, die den kurvenreichen Leidensweg dieser vergeblich liebenden Frau in Musik fassen.
In wenigen Momenten schwankt das Gefühl der Leonora vom Zu-Tode-betrübt-sein bis zur himmelhoch jauchzenden Freude.
In Brüssel ist Eva-Maria Westbroek diese Leonora. Sie gibt ihr Rollendebüt als Don Alvaros (keusche?) Gespielin. Liest man das Libretto von Francesco Maria Piave, man könnte ins Grübeln geraten über die Frage, wer diese Frau eigentlich ist, die den Weg aus der irdischen Verdammnis zum religiösen Unschuldsfeld so kühn beschreitet. Sieht und hört man Eva-Maria Westbroek, ist die Frage rasch beantwortet. Ihre Leonora mag verzweifelt sein aufgrund der tragischen Ereignisse um sie herum, doch unentschlossen ist sie nie. Sie wählt den Weg in die Einsamkeit der Einsiedelei bewusst. Die ...
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In Sachen Selbstvermarktung geben uns die englischen Theater ein nachahmenswertes Beispiel. Die Londoner Covent Garden Opera hat unlängst das DVD-Label Opus Arte übernommen, nun startet das Glyndebourne Festival eine eigene CD-Reihe mit historischen und neueren Mitschnitten. Der Auftakt mit der Erstveröffentlichung von «Le nozze di Figaro» aus dem Jahr 1962 ist...
Quelvecchio maledivami – der Fluch des Monterone trifft Rigoletto schon während des kurzen Vorspiels, wenn er aus dem Kasten des Souffleurs klettert und einen grünen Overall über seinen Straßenanzug zieht. Er schminkt sich und setzt sich das Signum seiner Arbeit auf: die Narrenkappe. Seine Wirkungsstätte – «eine prachtvolle Halle im Palazzo des Duca di Mantua»...
