Die Diva als Appetizer
Die Frau ist zum Dahinschmelzen. Und für rund zwanzig Dollar zu haben. Umhüllt von dunkler Schokolade, mit gehackten Haselnüssen und Amarettokeksen in Clementinensauce. «La Diva Renée» gibt's im New Yorker Nobelrestaurant «Daniel» auf der 65. Straße. Das heißt: Es gab sie, damals, im Jahr 2000, als Renée Fleming in aller Munde war. Jetzt setzt Star-Koch Daniel Boulud die Kalorienbombe nur noch gelegentlich aufs Menü, schließlich nutzt sich der Reiz durch übermäßigen Genuss und ständige Verfügbarkeit ab.
Nur wenige Sängerinnen der Operngeschichte haben es geschafft, als Dessert verewigt zu werden. Wollte man Flemings Bedeutung allein daran bemessen, so zählte sie zusammen mit Nellie Melba («Pfirsich Melba») zu den Größten aller Zeiten.
Reden wir nicht von Bedeutung, reden wir lieber vom Marktwert. Der ist bei Renée Fleming ungebrochen, egal, ob als Süßspeise oder in Fleisch und Blut und singend. Ihr Name allein garantiert der Met, dass alle Vorstellungen von «Rodelinda» schon lange vor der Premiere ausverkauft waren – bei Preisen bis zu 315 Dollar pro Karte. Die Met braucht Fleming, nicht umgekehrt. Denn in dem Riesenhaus bleiben immer öfter die Reihen leer, selbst bei einer ...
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Die Hauptstadt der Region Lothringen Nancy, einstige Residenz der lothringischen Herzöge, bereitet sich auf ein großes Jubiläum vor: In diesem Jahr wird der 250. «Geburtstag» der 1755 eingeweihten Place Stanislas gebührend gefeiert – der damals aus Polen vertriebene König Stanislas I. Leszczynski hatte seinen Baumeister Heré mit der Gestaltung der heute immer noch...
Die Ouvertüre ist bekannt – unter anderem lieferte sie den (wie man das heute nennt) «Trailer», das Titelthema für die einstmals populäre Fernsehserie «Erkennen Sie die Melodie?» Aber damit hat sich’s auch schon mit dem allgemeinen Wissen über Rezniceks «Donna Diana». Denn dass sich hinter dem Titel eine früher ungemein erfolgreiche Oper verbirgt, das kann man...
Das Spektrum ist groß. Immens groß. Es reicht von Loïe Fullers innovativem Tanz um 1900 bis zu dessen Vereinnahmung durch das Video, von Hindemiths Einaktern bis zu modernen Blinden- und Gerhörlosenstücken. Das experimentelle Musik- und Tanztheater des 20. Jahrhunderts auf knapp 400 Seiten zu einer Art Handbuch zu verknappen, ist so schwierig, wie den Kölner Dom...
