Die Dinge reifen lassen

Christian Thielemann über die Notwendigkeit der (Selbst-)Beschränkung

Die Grundfrage für jeden Künstler lautet: Was muss ich tun, um in den Aufführungen höchste Qualität zu erreichen? Was kann ich tun, um diese Qualität zu halten oder sogar zu steigern? Die Erfahrung zeigt, dass jeder diese Frage für sich anders beantwortet. Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die ständig in der Welt unterwegs sein müssen, um Bestleistungen zu bringen. Und es gibt andere, die den Reisezirkus als Belastung empfinden – auch wenn nur wenige das offen zugeben.

Wie immer man sich entscheidet – man sollte die Verantwortung nicht auf andere schieben.

In der Kunst ist es wie im Leben, wenn man sich zu viel vornimmt – letztlich ist man selbst schuld daran und muss für die Folgen geradestehen. Wenn Sängerinnen oder Sänger zu viel singen, bekommen sie irgendwann Probleme mit der Stimme. Wir kennen diese Beispiele.

Bei Dirigenten ist das ein bisschen anders. Und doch auch wieder nicht. Wer von Anfang an in der Welt herumfährt, ist vielleicht nie durch die Schule des Stadttheaters gegangen und hat dort nie das Handwerk des Kapellmeisters kennengelernt. Ein Dirigent ist zunächst einmal Handwerker. Und dieses Handwerk muss er lernen. Wo könnte er das besser tun als in den kleineren ...

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Opernwelt Jahrbuch 2010
Rubrik: 50 Jahre «Opernwelt», Seite 99
von Christian Thielemann

Vergriffen
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Kaum ein Sänger hat in jüngster Zeit Publikum und Kritik so fasziniert und zu beinahe widerspruchsloser Zustimmung bewegt wie der lyrische Bariton Chris­tian Gerhaher. Diese Widerspruchslosigkeit ist für ihn selbst freilich keine reine Freude, ja erfüllt ihn mit leichtem Misstrauen dem Publikum, vor allem aber sich selbst gegenüber. Sollte seine Gesangskunst einem...

Mehr Premieren, mehr Proben, mehr Stücke

 

Herr Meyer, in einem Interview sagten Sie, das Budget der Staatsoper sei «nicht in Ordnung» – die Wiener Staatsoper erhalte zur Zeit nicht einmal die Hälfte der Subvention der Pariser Oper. Glauben Sie, das ändern zu können?
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Nachwuchs im Blick

 

Am Telefon: Placido Domingo

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Nein, ich bin Spanier, in Madrid geboren.

Wann und wie begannen Sie zu musizieren?

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