Die Dinge reifen lassen
Die Grundfrage für jeden Künstler lautet: Was muss ich tun, um in den Aufführungen höchste Qualität zu erreichen? Was kann ich tun, um diese Qualität zu halten oder sogar zu steigern? Die Erfahrung zeigt, dass jeder diese Frage für sich anders beantwortet. Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die ständig in der Welt unterwegs sein müssen, um Bestleistungen zu bringen. Und es gibt andere, die den Reisezirkus als Belastung empfinden – auch wenn nur wenige das offen zugeben.
Wie immer man sich entscheidet – man sollte die Verantwortung nicht auf andere schieben.
In der Kunst ist es wie im Leben, wenn man sich zu viel vornimmt – letztlich ist man selbst schuld daran und muss für die Folgen geradestehen. Wenn Sängerinnen oder Sänger zu viel singen, bekommen sie irgendwann Probleme mit der Stimme. Wir kennen diese Beispiele.
Bei Dirigenten ist das ein bisschen anders. Und doch auch wieder nicht. Wer von Anfang an in der Welt herumfährt, ist vielleicht nie durch die Schule des Stadttheaters gegangen und hat dort nie das Handwerk des Kapellmeisters kennengelernt. Ein Dirigent ist zunächst einmal Handwerker. Und dieses Handwerk muss er lernen. Wo könnte er das besser tun als in den kleineren ...
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Die Klage über die guten, alten Zeiten ist kaum weniger alt als die zum Bewußtsein ihrer selbst erwachte Menschheit. Ob bei den Verfassern der attischen Tragödie, ob in der Hochblüte römischer Lyrik eines Catull, ob in gelehrten Abhandlungen der Renaissance oder in den romantischen Gedichten eines Eichendorff: immer erhebt sich [...] die klagende Repräsentation der...
Die Kunst der medialen Maskeraden beherrscht kaum eine zweite Sängerin so virtuos wie Cecilia Bartoli. Vor drei Jahren tourte sie als Maria Malibran durch Europa – und rückte dabei nicht nur das Repertoire der legendären Primadonna des frühen 19. Jahrhunderts ins Rampenlicht, sondern auch die Person. In einem mobilen Museum, das vor jeder Konzertstätte geparkt war,...
Wenn man als Operndirektor eine junge Sängerin, die im internationalen Geschäft noch keinen Namen hat, mit der Titelpartie in Puccinis «Madama Butterfly» betraut und davon überzeugt ist, dass sie diese Partie nicht nur am Premierenabend, sondern im Laufe der Saison zwanzigmal singen und spielen kann, wird einem von verschiedener Seite viel Mut zum Risiko...
