Risiko und Verantwortung
Wenn man als Operndirektor eine junge Sängerin, die im internationalen Geschäft noch keinen Namen hat, mit der Titelpartie in Puccinis «Madama Butterfly» betraut und davon überzeugt ist, dass sie diese Partie nicht nur am Premierenabend, sondern im Laufe der Saison zwanzigmal singen und spielen kann, wird einem von verschiedener Seite viel Mut zum Risiko attestiert.
Aber war es wirklich ein Risiko oder doch eher eine logische Entwicklung, die von einem absehbaren Erfolg gekrönt wurde?
Kennengelernt hatte ich Svetlana Ignatovich bereits in der ersten Basler Neuproduktion, für die ich Mitverantwortung trug. Wir besetzten die junge Studentin der «Musik-Akademie der Stadt Basel – Hochschule für Musik» mit der kleinen Partie der Nicoletta in Prokofjews Oper «Die Liebe zu den drei Orangen», und ich fragte sie damals, ob sie für unser Opernstudio «OperAvenir» vorsingen wolle. Sie kam, sang und siegte, und damit hatten wir sie ein Jahr im geschützten Rahmen des Studios unter strenger Beobachtung. Mit Studienleiter David Cowan und unseren Korrepetitoren stellen wir am Theater Basel Nachwuchssängern im Opernstudio ein Team zur Seite, das mit viel Engagement und auf hohem musikalischem Niveau ...
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Die Grundfrage für jeden Künstler lautet: Was muss ich tun, um in den Aufführungen höchste Qualität zu erreichen? Was kann ich tun, um diese Qualität zu halten oder sogar zu steigern? Die Erfahrung zeigt, dass jeder diese Frage für sich anders beantwortet. Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die ständig in der Welt unterwegs sein müssen, um Bestleistungen zu bringen....
Christoph!!
«Kein Bock auf Himmel! Ich will noch hierbleiben»,
hast du immer und immer wieder beschwörend gerufen.
Und du hast Recht behalten.
Du bleibst hier!
Auch wenn du einen gemeinen, ungleichen Kampf, der nicht zu gewinnen ist,
jetzt verloren hast.
Du bleibst hier.
Obwohl, wenn man sich ansieht, was die da oben mit ihrer Vorsehung treiben,
haben die dich...
Herr Meyer, in einem Interview sagten Sie, das Budget der Staatsoper sei «nicht in Ordnung» – die Wiener Staatsoper erhalte zur Zeit nicht einmal die Hälfte der Subvention der Pariser Oper. Glauben Sie, das ändern zu können?
Was ich gemeint habe, ist, dass die Staatsoper seit Jahren keine Erhöhung bekommen hat. Auch wenn die Inflation in den letzten 20 Jahren ...
