Die beste Waffe ist die Ironie
Der Rheinoper ist zum Saisonstart endlich wieder eine rundum überzeugende Eigenproduktion geglückt (Barrie Koskys Trickfilm-«Zauberflöte» ist ja «nur» ein schlauer Einkauf von der Komischen Oper Berlin). Altmeister Dietrich Hilsdorf läuft in der 150. Regie seiner Karriere zu großer Form auf. Es ist seine erste Begegnung mit dem von ihm bisher gemiedenen Richard Strauss.
Ausgerechnet die komödiantische «Ariadne auf Naxos» hat er sich vorgenommen, jene etwas in die Jahre gekommene Reflexion des Theaters über sich selbst, die mit ihren holzschnittartigen Klischees und Witzchen allzu oft banal oder langweilig gerät. Hilsdorf aber spielt elegant mit den Klischees, streift furchtlos die angelegten Plattitüden, räumt zugleich den Weg frei für Subtilitäten und neue Einsichten – und macht aus dem Stück eine federleichte Kammeroper.
Das Orchester sitzt hinten auf Dieter Richters Bühne, abgetrennt durch einen Gazevorhang, auf dem Arnold Böcklins berühmte «Toteninsel» prangt. Vorspiel und Oper spielen sich größtenteils zum Greifen nahe auf dem überbauten Orchestergraben ab. Die Umkehrung der Verhältnisse unterstreicht Richter, indem er das typische 1950-Jahre-Ambiente des Düsseldorfer ...
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Opernwelt Dezember 2014
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Regine Müller
Meyerbeer und die Grand opéra – in der Musikwissenschaft sind das inzwischen vielbeachtete und -bearbeitete Themen. Die Initialzündung gab 1991 ein Symposium in Thurnau. Seither vergeht kaum ein Jahr, in dem nicht mindestens eine Konferenz irgendwo auf der Welt speziell den Komponisten oder sein Genre in den Fokus nimmt. Zum 150. Todestag des Berliners taten das...
Auf die Idee mit dem sexy Sixpack sind beide gekommen: Zur optischen Auflockerung wird immer wieder ein halbes Dutzend knackiger Tänzer auf die Bühne geschickt, vorzugsweise in Kostümen mit minimalem Stoffverbrauch. Im dritten Akt trägt jeweils der gesamte Chor putzige Retro-Bademode, und auch eine schwule Kammerzofe gibt es doppelt.
Zwei große Opernhäuser der...
Frisch durchgeschmust sitzt Katerina Ismailowa auf der Bettkannte und singt: «Na warte!». Sie meint damit nicht ihren Liebhaber Sergej und kündigt auch nicht an, dass ab jetzt entschieden zurückgeschmust würde. Nein, sie meint ihren Mann Sinowi, dessen Schritte sie hört und den sie gar nicht mehr gebrauchen kann in ihrem Leben. «Na warte!», heißt so viel wie: «Dich...
