Detailreich

Mozart: Don Giovanni
GRAZ | OPER

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Wer sagt eigentlich, dass Don Juan immer ein feuriger, schwarzgelockter Macho sein muss? Noch dazu, wenn er als Titelheld in Mozarts «Don Giovanni» ohnehin schon arg am Ende seiner Kräfte, wenn schon nicht seiner Leidenschaften ist? In Elisabeth Stöpplers Grazer Inszenierung des Dramma giocoso kommt er als netter blonder Junge von nebenan ins Spiel, unauffällig in Kapuzenmantel und rotes Shirt gekleidet (Kostüme: Su Sigmund), eine Handykamera im Anschlag.

Er ist auf dem Weg zu Donna Anna, die sich bereitwillig (und voyeuristisch bühnenbildhoch vergrößert) in sexy Posen von ihm filmen lässt. Fragt sich: Wer verführt hier wen?

Schon zu Beginn der Ouvertüre sieht man an einer Hauswand ein anderes Paar, verdruckst und ziemlich unglücklich händchenhaltend: Leporello hat eine Frau; den späten Hinweis auf den Familienstand gibt ein kleines Rezitativ knapp vor der Friedhofszene. Die Regisseurin hat den Text sehr genau gelesen. Das Baby, das sie mit sich herumträgt: Ist es auch von ihm? Die Verhältnisse sind also einigermaßen anders als gewohnt vor wie in dem weiß und kalt gestylten Wohnblock, den Annika Haller auf der Drehbühne rotieren lässt. Jeder  hat hier zwar sein Zimmer, manche ...

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Opernwelt April 2020
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Karl Harb

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Impressum April 2020

61. Jahrgang, Nr 4
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