Der Widerspenstigen Zähmung
In seinen 1981 erschienenen «Versuchen über die Oper» widmete Hans Mayer, mit Blick auf Mozarts «Così», einige Absätze auch jenem Roman, der weiland zu den meistdiskutierten zählte: Wilhelm Heinses «Ardinghello und die glücklichen Inseln» von 1787 bildete, als deutsches Gegenstück zu Choderlos de Laclos’ fünf Jahre zuvor publizierten «Liaisons dangereures», die fiktionale Folie für des Schriftstellers innig gehegte Überzeugung, der Mensch (seiner Zeit) sei ein edles Raubtier.
Die Französische Revolution sollte ihm recht geben – allerdings weniger, was den Edelmut, als vielmehr, was die Gefräßigkeit betraf.
Ein ganzes, in Dekadenz darnieder sinkendes Zeitalter, so Mayer, sähe sich im «Ardinghello» abgebildet, derart demonstrativ kontrastierten die maßlosen, triebhaften und -bewussten Figuren des Romans zur «edlen Einfalt und stillen Größe angeblicher Antike». Und nicht allein die männlichen Gestalten. «Auch Fiordimona, Fulvia oder jene Lucinde, deren Namen sich Friedrich Schlegel für einen eigenen eudämonistischen Roman aneignen sollte, leben nach dem Gesetz des Eudämonismus, der den Genuss preist und auf Kraft, Geistesstärke, physischer Schönheit zu gründen sucht.»
Und so ...
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Opernwelt November 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Jürgen Otten
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04.11. – 20.15 Uhr
Tschaikowsky: Der Nussknacker
1892 in Sankt Petersburg uraufgeführt, zählt «Der Nussknacker» zu den weltweit meistgespielten Balletten. Bei der Neuproduktion des Dresdner Semperoper Balletts arbeitete der aus Kanada stammende Ballettdirektor Aaron S. Watkin eng mit der berühmten Dresdner Palucca-Schule zusammen.
Sächsische Staatskapelle, ML:...
Das Tor geöffnet, die Allee flankiert von Abendpersonal, Zelten, Bars und fern sichtbar die Tribüne vor dem Palazzo: Der Festival-Besucher tritt in eine andere Welt. Und das in zweifacher Hinsicht. Der Giardino Corsini al Prato, stilechter italienischer Barock, befindet sich im Herzen von Florenz und entführt in ein Zauberreich aus Statuen, frisierten Hecken,...
