Der Wanderer
Am 22. April ist Sir Peter Jonas gestorben, in einem Münchner Krankenhaus, nach lebenslanger Krankheit. Aber es war am Ende nicht der Krebs, der ihn tötete, sodass ihm die endgültige Genugtuung zuteil wird, die Bestie besiegt zu haben, die ihn jahrelang verfolgt hatte. Anfang der 1970er-Jahre wurde bei ihm das Hodgkin-Lymphom diagnostiziert, für das genau zu diesem Zeitpunkt erste Therapien entwickelt wurden, und wie durch ein Wunder begleitete der wissenschaftliche Fortschritt alle gesundheitlichen Bedrohungen, die während der folgenden 50 Jahre fast jeden Teil seines Körpers befielen.
Dass er so lange überlebt hat, ist ein Beweis für seine Tapferkeit, ganz zu schweigen von seiner außerordentlichen Sturheit. Aber er hat viel mehr getan, als nur zu überleben. Sein Charakter, seine Großzügigkeit, seine Entschlossenheit, sein Wagemut und seine inspirierende Führungskraft waren gewissermaßen das Resultat seines von der Krankheit geprägtem Wissens um die Zerbrechlichkeit und den Wert des Lebens. Peter wusste besser als jeder andere, dass das Leben alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist.
Peters Vater war ein Hamburger Arzt, und er gehörte einer riesigen, bis nach New York ...
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Opernwelt Juni 2020
Rubrik: In Memoriam, Seite 48
von David Pountney
Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. So lässt sich das Wechselbad der Gefühle zusammenfassen, dem ausgeliefert war, wer unlängst das traditionelle Europakonzert der Berliner Philharmoniker verfolgte. Seit drei Jahrzehnten feiert das 1882 gegründete Orchester am 1. Mai mit diesem Konzert Geburtstag – und die Vision eines föderalen Kontinents, der das Gemeinsame...
arte
31.05. – 17.40 Uhr
Juan Diego Flórez singt Mozart
Cuvilliéstheater München, 2017
Orchestra La Scintilla, ML: Minasi
Online verfügbar: 30.05.–30.06.
01.06. – 00.30 Uhr
Verdi: Falstaff
Hamburgische Staatsoper, 2020
ML: Kober, I: Bieito, S: Maestri, Sacher, Kovalevska, Brück, Palchykov, Kluge, Martirossian, Kajtazi, Aldrian, Karyazina
Online verfügbar: 30.05.–29.08.
Nadia (1887–1979) und Lili Boulanger (1893–1918) wuchsen in einem musikalischen Elternhaus auf – der Vater war Komponist und Gesangslehrer, die russische Mutter Sängerin. Beide Schwestern waren hochbegabt und komponierten von Jugend an. Lili erhielt 1913 als erste Frau den begehrten Rom-Preis des Pariser Conservatoire. Nadia, die nach Lilis Tod das Komponieren...
