Der Wanderer
Am 22. April ist Sir Peter Jonas gestorben, in einem Münchner Krankenhaus, nach lebenslanger Krankheit. Aber es war am Ende nicht der Krebs, der ihn tötete, sodass ihm die endgültige Genugtuung zuteil wird, die Bestie besiegt zu haben, die ihn jahrelang verfolgt hatte. Anfang der 1970er-Jahre wurde bei ihm das Hodgkin-Lymphom diagnostiziert, für das genau zu diesem Zeitpunkt erste Therapien entwickelt wurden, und wie durch ein Wunder begleitete der wissenschaftliche Fortschritt alle gesundheitlichen Bedrohungen, die während der folgenden 50 Jahre fast jeden Teil seines Körpers befielen.
Dass er so lange überlebt hat, ist ein Beweis für seine Tapferkeit, ganz zu schweigen von seiner außerordentlichen Sturheit. Aber er hat viel mehr getan, als nur zu überleben. Sein Charakter, seine Großzügigkeit, seine Entschlossenheit, sein Wagemut und seine inspirierende Führungskraft waren gewissermaßen das Resultat seines von der Krankheit geprägtem Wissens um die Zerbrechlichkeit und den Wert des Lebens. Peter wusste besser als jeder andere, dass das Leben alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist.
Peters Vater war ein Hamburger Arzt, und er gehörte einer riesigen, bis nach New York ...
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Opernwelt Juni 2020
Rubrik: In Memoriam, Seite 48
von David Pountney
61. Jahrgang, Nr 6
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752334
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Und wer einmal Blut geleckt hat im Theater, der kann ohne Theater nicht mehr existieren.» So zitiert die Hauswirtschafterin Frau Zittel den verstorbenen Professor Schuster in Thomas Bernhards «Heldenplatz». Als Psychiater und Stressforscher weiß ich: Das Theater hält uns als Gesellschaft seelisch gesund. Theater ist ein Antidot gegen Stress. Tagsüber behandle ich...
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