Der Universalist
Die meisten Dirigenten der Gründergeneration der historisch informierten Aufführungspraxis begannen zunächst als Instrumentalisten – Nikolaus Harnoncourt als Cellist, Frans Brüggen als Flötist, Sigiswald Kuijken als Geiger, William Christie, Christopher Hogwood und Ton Koopman als Cembalisten. Jordi Savall ging denselben Weg und fällt doch aus dem Rahmen.
Er hat die Viola da Gamba – der Name verweist auf die Haltung des zwischen die Beine geklemmten Instruments –, die im Barock fürs private Musizieren besonders beliebt war, aus dem Schatten des Dilettantendaseins erlöst, in die sie am Ende des 18. Jahrhunderts verfallen war. Und mit dem Instrument hat er auch die französischen Gambenmeister Sainte-Colombe, Marais und Forqueray der Vergessenheit entrissen. Als Alain Corneau 1991 den Film «Tous les matins du monde» über den geheimnisvollen Sieur de Sainte-Colombe drehte, spielte Savall die Gambe. Die CD mit der Filmmusik wurde ein Bestseller, mehr als eine halbe Million mal verkauft, und machte ihn zum Weltstar der alten Musik.
Worin liegt das Geheimnis von Savalls Spiel? Es ist, in seinen eigenen Worten, der intime, fragile Klang, «der zärtlich ist, aber reich an Farben und ...
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Opernwelt August 2021
Rubrik: Magazin, Seite 58
von Uwe Schweikert
«Theater muss sein.» So euphorisch und provokant (weil Theater eben Geld kostet) hat es der Deutsche Bühnenverein Ende der 1990er-Jahre propagiert, mit dem neckisch auf einem Punkt tänzelnden T. Die Aussage wurde seither immer wieder diskutiert ‒ besonders verzweifelt während der Pandemie, in der das Theater als Ort gesellschaftlicher Diskurse über Nacht seine...
Diese Übersicht bietet eine Auswahl der bei Redaktionsschluss (5.7.) als Präsenzvorstellung geplanten oder als Stream angekündigten Premieren und Festivals des Monats August 2021. Weitere Informationen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link: www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theaterlinks/
ML =...
Nichts gegen Tatjana Gürbaca, überhaupt nichts – aber vielleicht wäre «Lucia di Lammermoor», eine Sängeroper par excellence, doch genau das Richtige für eine konzertante oder bestenfalls eine halbszenische Aufführung. Die Bösen sind die Bösen, die Liebenden sind die Liebenden, das ist zu hören, dazu braucht es weder Blumenkranz noch Totschläger oder Morgenstern;...
