Der schwere Verdi

Freiburg | Verdi: Rigoletto

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Da kneift man sich diesen ganzen Freiburger «Rigoletto» hindurch: Eine Bühne, die es mit Ligeti, Kagel und Penderecki, mit dem Strauss der «Elektra», jüngst einem hochrespektablen «Lohengrin»und zum wiederholten Mal dem kompletten «Ring»aufnimmt – diese Bühne erlebt beim mittleren Verdi ein Problem nach dem anderen. Vor allem staunt man, wie schwer diese scheinbaren Selbstverständlichkeiten in Wahrheit doch zu singen sind.

Man hat zwar einen höhensicheren, eher lyrischen und mit mancher schönen Phrase aufwartenden Herzog (Mario Sofroniou), und man besetzt die Räubergeschwister markant (Jin Seok Lee und Sally Wilson). Aber man hat eine distanzierte Gilda, die mit etwas unpersönlichem Timbre unterwegs zu ihrer Aufgabe ist (Aleksandra Zamojska), oft zu tief ansetzt und kühl lässt, namentlich jedoch eines nicht beherzigt: wenn schon gewagte Höhen-Extras, dann nicht am Rande des Schiffbruchs.

Hauptsächlich aber denkt der Besucher sich: Das soll jener Juan Orozco sein, der hier schon dreimal mit Verdi reüssierte, der Simon Boccanegra, Renato und Jago zwar manchmal etwas stimmprotzig, aber auch immer wieder imponierend schaffte? Durch die Partie des Rigoletto stemmt, schludert, greint und ...

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Opernwelt Mai 2012
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Heinz W. Koch

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