Der Materie verfallen
Wenn er über Musik sprach, leuchteten die Augen. Seine und die seines Gegenübers. Karl-Dietrich Gräwe war der «Materie» gleichsam verfallen, und es gab nur wenige Experten, die das Phänomen Musik mit so großer Emphase und leidenschaftlicher wie sinnfälliger Begeisterung in Worte zu fassen vermochten wie er. 1937 in Bielefeld geboren, promovierte der studierte Musikwissenschaftler an der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität über Strauss’ und Hofmannsthals «Ariadne von Naxos». Danach ging er dorthin, wo man «Typen» wie ihn dringend benötigte: ans Theater.
Während seiner Tätigkeit als Dramaturg an der Hamburgischen Staatsoper begegnete Gräwe dem Regisseur Götz Friedrich. Beide verschafften, nachdem Friedrich als Nachfolger von Siegfried Palm Intendant der Deutschen Oper Berlin geworden war und Gräwe als Chefdramaturgen verpflichtet hatte, dem Haus an der Bismarckstraße aufgrund einer ebenso klugen wie mutigen Programmatik in den 1970er- und 80er-Jahren einen glänzenden Ruf, der sich nicht zuletzt ihrem Einsatz für das moderne Musiktheater verdankte. Nach seiner Zeit an der Deutschen Oper blieb Gräwe, der neben seiner Tätigkeit am Theater auch überaus geistreiche Libretti verfasste ...
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Opernwelt Dezember 2019
Rubrik: Magazin, Seite 65
von Jürgen Otten
alpha
01.12. – 21.45 Uhr
Mariss Jansons dirigiert Bruckner: Symphonie Nr. 3
Lucerne Festival, 2005
arte
01.12. – 17.40 Uhr
Lucas Debargue spielt Saint-Saëns’ «Ägyptisches» Klavierkonzert
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Christmas in Vienna
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Wiener Sängerknaben, Wiener Singakademie, ORF Radio-Symphonieorchester Wien
ML:...
Etwas Auffälliges übersehen? Dazu fällt uns Luciano Pavarotti ein, der in einer Talkshow mal vom schönsten Kompliment erzählte, das er je erhalten habe: In London habe ein Mann ihn auf der Straße ungewollt angerempelt und sich mit den Worten entschuldigt: «Sorry, I didn't see you ...» Zwar wirkt die Anekdote, angewandt auf die Spielplanpolitik der Wiener...
Man fühlt sich in den pastoralen Chor- und Chanson-Sätzen an die schöne Schlichtheit Glucks, in den Arien an die Seelentiefe und den Buffo-Geist Mozarts erinnert. Man genießt die tänzerische Champagnerspritzigkeit und die effektpralle Kontrastdynamik der französischen Barockoper, dazu die tollen Terzette, die lustvolle Lautmalerei. Und doch kommt uns kaum eine Note...
