Der Kuss des Parsifal
Ein Anfang vor dem Anfang. Noch ehe der Dirigent den Taktstock hebt, hat Richard Wagners «Parsifal» in Basel bereits begonnen. Ein farbiger älterer Herr bahnt sich den Weg vors Parkett, blickt ernst ins Publikum, nimmt an dem Tischchen links vorn vorm Graben Platz, stützt den Kopf in die Hand, sinnt. Auf dem Tisch eine Lampe, eine Partitur und ein Foto von Zwillingen im Fußball-Dress, das der Mann bisweilen wehmütig betrachtet – vermutlich er selbst und sein Bruder Amfortas, einst. Er heißt auf dem Besetzungszettel «Der Autor».
Allan Evans ist es, ehedem in Basel engagiert und eben 70 geworden. Im Kopf dieses «Autors» entsteht das Werk, das er stumm mitvollzieht. Und manchmal auch (halb-)laut. Wenn er nämlich wichtige Sentenzen mitspricht, «Durch Mitleid wissend...» etwa, auch mal zeilenweise mitsingt. Immer öfter oben auf der Szene, übernimmt er den Titurel und, gar nicht so kurios, auch das Alt-Solo am ersten Akt-Ende. Er ist nicht unbedingt Richard Wagner, aber er ist in allen Figuren, hat an allen teil, lebt mit ihnen. «Alle Figuren fließen durch seinen Kopf», sagt sein Interpret in der Theaterzeitung. Ohne diese und die Hilfestellung des Programmbuches erschlösse sich das ...
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Opernwelt Mai 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Heinz W. Koch
George Steel, Generaldirektor und Intendant der New York City Opera, traut sich was. Gleich drei anspruchsvolle Stücke der klassischen und zeitgenössischen Musiktheatermoderne hat er zum Vorzeigeprojekt des Frühjahrprogramms erklärt: «La Machine de l’Être», ein kurzes, von Antonin Artauds Zeichnungen inspiriertes Stück des New Yorker Komponisten und...
ARTE
1.5. – 6.00 Uhr
Ein Pianist lädt ein.
Konzert von Leon Fleisher im Pariser Salon der Fondation Singer-Polignac. Werke von Bach, Chopin, Debussy und Schubert.
1.5. – 10.10 Uhr
4./10./16.5. – 6.00 Uhr
17.5. – 5.55 Uhr
27.5. – 6.05 Uhr
Orlando di Lasso: Lagrime di San Pietro.
Collegium Vocale Gent, Philippe Herreweghe.
1.5. – 11.00 Uhr
8.5. – 6.00 Uhr
Eine Musikstunde mit...
Schon ein Jahr vor der Premiere waren sämtliche Aufführungen von Donizettis «Anna
Bolena» an der Wiener Staatsoper ausverkauft. Nicht wegen des Stücks, das Evelino
Pidò in einer neuen Fassung dirigierte, sondern wegen Anna Netrebko und Elina Garanca. Auch die New Yorker Met punktete bei Rossinis «Comte Ory» vor allem dank der Star-Besetzung: Diana Damrau, Joyce...
