Der Krise trotzen

Die Nationaloper in Sofia fiebert dem Finale ihres Ring des Nibelungen entgegen und erneuert mit Eugen Onegin ihr Kernrepertoire

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Frau Sonne sendet lichte Strahlen», singen die Rheintöchter und hüpfen auf ihren Trampolinen. «Frau Sonne, sende uns den Helden, der das Gold uns wiedergebe.» Zwar ist es draußen trübe an diesem Januar-Vormittag, doch der Held steht bereit. Siegfried steigt mit Schwert, Ring und Horn auf ein Brettergerüst: «Ein Albe führte mich irr.» Klavierprobe zu Götterdämmerung in der Oper von Sofia. Die Premiere wird erst in drei Monaten sein, aber Regisseur Plamen Kartaloff ist jetzt schon Feuer und Flamme.

«Wir sind doch ganz jungfräulich bei diesem Stück», sagt er, «da müssen wir früh mit den Proben anfangen.» Am 22. Mai, Wagners 200. Geburtstag, soll die neue Götterdämmerung herauskommen, im Juni wird Sofia seinen neuen Ring erstmals komplett spielen. Ein Kraftakt. Nie zuvor war der komplette Zyklus in Bulgarien zu erleben, ja: nie zuvor auf dem Balkan. Plamen Kartaloff, seit vierzig Jahren im Operngeschäft und seit zehn Jahren Intendant in Sofia, liebt solche Kraftakte. Und er weiß, was sein Haus in diesen Zeiten der Krise braucht: Identität, Dinge über die man sich definieren kann. Mit seinem Ring hat er das geschafft. Die Mischung aus Märchen, Fantasy, Pop-Ästhetik und Schlenkern ins ...

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Opernwelt März 2013
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Stephan Mösch

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