Über Grenzen hinweg

Zwei Mal Monteverdi: Leonardo García Alarcón dirigiert einen mitreißenden «L’Orfeo», Rinaldo Alessandrini begibt sich auf die Suche nach dem Tageslicht

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Begibt man sich auf die Suche nach den vielgerühmten «Meilensteinen» der Musikgeschichte, darf dieses Datum nicht fehlen. Am 24. Februar 1607 erlebte Claudio Monteverdis erste Oper «L’Orfeo» ihre Uraufführung – unter Schirmherrschaft des Thronfolgers Francesco Gonzaga, vor Mitgliedern der Accademia degli Invaghiti sowie einer illustren Hofgesellschaft, leider nur konzertant; die beengten räumlichen Verhältnisse in den Gemächern der Ferrareser Herzoginwitwe Margherita Gonzaga d’Este ließen eine szenische Realisierung nicht zu. Doch das störte niemanden.

Zu gewaltig war die Wirkung dieser Musik, die alles bis dahin Gehörte locker in den Schatten stellte. Mochte die Oper einige Jahre zuvor geboren sein (präzise: am 6. Oktober 1600 in Florenz, mit Jacopo Peris «Euridice»), an diesem Februarabend im herzoglichen Palazzo erlebte sie ihre erste Sternstunde.

Hört man die Aufnahme der von Leonardo García Alarcón geleiteten Cappella Mediterranea mit herausragenden Solisten und dem fabelhaften Chœur de chambre de Namur (Einstudierung: Thibault Lenaerts), wird man auf seltsame Weise in diese ferne Zeit zurückkatapultiert. Gleich in den ersten Takten der einleitenden Toccata öffnet sich ein ...

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Opernwelt Januar 2022
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Jürgen Otten

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