Der Durchstarter: Nachruf auf den Tenor Endrik Wottrich

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Endrik Wottrich war – in Stimme und Temperament – ein Heißsporn, den die äußere Welt noch zusätzlich befeuerte. Seine Karriere holte nicht Schwung wie die von Jonas Kaufmann, sie raste gleich los. Kaum hatte der Tenor 1992 als Cassio in Verdis «Otello» debütiert, sang er am Grünen Hügel schon vier Jahre später den jungen Seemann in Wagners «Tristan und Isolde». Die Mozart-Partien an der Berliner Staatsoper Unter den Linden, deren Ensemble er angehörte, blieben ein kurzes Intermezzo.

Dass Nikolaus Harnoncourt, der markante, körpervolle Stimmen liebte, ihn für Schuberts «Alfonso und Estrella» und als Max für Webers «Freischütz» engagierte, markiert bereits den Übergang vom lyrischen zum Heldentenor.

Um die Jahrtausendwende gehörte Wottrich zu den prominentesten Wagner-Sängern, war als Stolzing in Bayreuth zu erleben und dort 2004 als Parsifal engagiert. Sein Ungestüm verschaffte sich Luft in wüsten Beschimpfungen des Regisseurs Christoph Schlingensief, die von diesem ebenso wüst erwidert wurden. Katharina Wagner aber wurde für einige Jahre die Frau an Wottrichs Seite, die er mit Herz und Mund und Hand gegen die Kritiker ihrer Regie-Ambitionen verteidigte.

Wottrich sang Tannhäuser ...

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Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Magazin, Seite 83
von Jan Brachmann

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