Denkmalpflege
Am 8. Februar 1891 sang der achtzehn Jahre junge Fjodor Iwanowitsch Schaljapin in der Nähe seiner Geburtsstadt Kasan die zweite Rolle seines noch jungen Sängerlebens: den Ferrando in Verdis «Trovatore». In Kasan, heute eine 1,1-Millionen-Stadt siebenhundert Kilometer östlich von Moskau, war der russische Bassist am 13. Februar 1873 zur Welt gekommen. Da lag es natürlich nahe, das nach Schaljapin benannte Festival im 25. Jahr mit drei Aufführungen des «Trovatore» zu eröffnen.
«Nabucco», «Don Giovanni», «Les Pêcheurs de Perles» und «Aida» sowie zwei russische Opern («Boris Godunow» und «Die Liebe des Dichters» des jungen zeitgenössischen tatarischen Komponisten Akhiyarova) nebst Galakonzerten folgten danach im täglichen Wechsel als Wiederaufnahmen von Highlights der vergangenen Jahre.
An der Fassade des Theaters prangt Schaljapins Konterfei auf riesigen Plakaten, und auch das schneebedeckte Denkmal des stolz posierenden Sängers in der Fußgängerzone ist nicht zu übersehen. Doch in der gut sortierten Buchhandlung des brandneuen, eleganten Einkaufszentrums muss man lange suchen, bis man eine Schaljapin-Biografie findet – auf dem Cover dasselbe Porträt, das auch die Festival-Plakate ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ein Opernland im Umbruch. In Belgien werden in der kommenden Saison alle Musiktheater einen neuen Intendanten oder Künstlerischen Leiter bekommen. Peter de Caluwe, bis jetzt Chef des Künstlerischen Betriebsbüros an der Nederlandse Opera in Amsterdam, wechselt zur Saison 2007/08 an die Brüsseler Monnaie. Er ist Nachfolger von Bernard Foccroulle, der das Festival von...
Zurück vom Ring!», heißt es im «Ring». Doch die Mode, in beschaulichen Kleinstädten Riesenopern zu präsentieren, ist aus der Gegenwart kaum mehr wegzudenken. Seit Christine Mielitz 2001 ihren Meininger Vier-Tage-«Ring» für den ultimativen Presserummel nutzte, vermelden zahlreiche Stadttheater Heißhunger auf die Tetralogie. Nach Münster, Weimar, Karlsruhe,...
Ein Krisensymptom. Das ist die einzige Bedeutung dieser Aufführung. Nach seiner Total-Havarie mit «Arabella» hält sich Alexander von Pfeil, der Chefregisseur der Deutschen Oper, diesmal interpretatorisch zurück. Ergebnis: Nicht nur er selbst, sondern auch Chor, Dirigent und sein Ausstattungsteam werden durch Buhstürme von der Bühne gefegt. Respekt gegenüber dem...
