Das verflixte hohe C
Herr Lyon,was hat Sie dazu gebracht, diese Zusatzqualifikationen zu erwerben?
Singen ist ein so unmittelbarer, intimer Prozess. Was in unserem Leben vorgeht, schlägt auf den Körper, und weil der zugleich das Instrument ist, kann man das gar nicht trennen. Sie haben doch bestimmt auch schon von Gesangslehrern gehört, dass sie sich oft wie Therapeuten vorkommen. Dafür sind sie aber gar nicht ausgebildet. Es gibt da eine gewisse Versorgungslücke.
Während man im Sport längst erkannt hat, dass Athletinnen und Athleten über mentales Training sowohl ihr Wohlbefinden als auch ihre Leistung steigern können, gibt es für Künstlerinnen und Künstler noch wenig umfassende Angebote, dabei könnte diese Zielgruppe davon enorm profitieren. Idealerweise sollten Studierende die nötigen Werkzeuge schon an der Hochschule an die Hand bekommen und sie genauso einüben wie die eigentliche Gesangs- oder Spieltechnik. Zwar bieten einige Unis vereinzelt Workshops zum Thema Auftrittstraining oder Entspannungstechniken an, aber die gehen oft nicht weit genug. Später merken dann viele, dass sie Schwierigkeiten haben, gewisse Aspekte des Berufs zu bewältigen. Aber dann geht es längst um echte Jobs, also die ...
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Opernwelt September/Oktober 2021
Rubrik: Magazin, Seite 98
von Wiebke Roloff Halsey
Mit Lullys «Cadmus et Hermione» begann die Geschichte der Tragédie en musique, der großen französischen Oper. Jean-Baptiste Lully und sein Textdichter Philippe Quinault vereinigten 1673 mehrere Theatergenres zu einer neuen Gattung, die sich in Frankreich rund 100 Jahre zu behaupten vermochte.
Die klassische Tragédie en musique, ein alle Register der Bühnenkunst...
Eine putzige Anekdote über den kleinen Peter Tschaikowsky geht so: Das elsässische Kindermädchen ertappte seinen Schützling eines Tages, wie er vor einem Atlas kniete und die Länder Europas als die Feinde Russlands bespuckte. Von der Französin zurechtgewiesen, dass man so etwas nicht tue, antwortete der Junge verschämt, er habe beim Spucken Frankreich mit seinen...
Schauerlich nannte Schubert die Lieder der «Winterreise», die in seinem Freundeskreis zunächst keinen Anklang fanden. Man muss bis zu Mussorgskys kleinem Zyklus «Ohne Sonne» oder Wolfs drei «Michelangelo-Liedern» gehen, um am Ende des 19. Jahrhunderts auf einen vergleichbar ausweglosen Pessimismus zu stoßen. Heutzutage ist Schuberts Liederkreis einer Reise noch...
