Das verflixte hohe C
Herr Lyon,was hat Sie dazu gebracht, diese Zusatzqualifikationen zu erwerben?
Singen ist ein so unmittelbarer, intimer Prozess. Was in unserem Leben vorgeht, schlägt auf den Körper, und weil der zugleich das Instrument ist, kann man das gar nicht trennen. Sie haben doch bestimmt auch schon von Gesangslehrern gehört, dass sie sich oft wie Therapeuten vorkommen. Dafür sind sie aber gar nicht ausgebildet. Es gibt da eine gewisse Versorgungslücke.
Während man im Sport längst erkannt hat, dass Athletinnen und Athleten über mentales Training sowohl ihr Wohlbefinden als auch ihre Leistung steigern können, gibt es für Künstlerinnen und Künstler noch wenig umfassende Angebote, dabei könnte diese Zielgruppe davon enorm profitieren. Idealerweise sollten Studierende die nötigen Werkzeuge schon an der Hochschule an die Hand bekommen und sie genauso einüben wie die eigentliche Gesangs- oder Spieltechnik. Zwar bieten einige Unis vereinzelt Workshops zum Thema Auftrittstraining oder Entspannungstechniken an, aber die gehen oft nicht weit genug. Später merken dann viele, dass sie Schwierigkeiten haben, gewisse Aspekte des Berufs zu bewältigen. Aber dann geht es längst um echte Jobs, also die ...
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Opernwelt September/Oktober 2021
Rubrik: Magazin, Seite 98
von Wiebke Roloff Halsey
Vor 75 Jahren, ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs, ließen im Sommer einige Kulturhungrige am Bodensee nahe dem Ufer in Ermangelung einer intakten Spielstätte zwei Kieskähne zusammenspannen: Auf dem einen saß das Orchester, auf dem anderen agierten Sänger und Tänzer, gegeben wurden Wolfgang Amadé Mozarts Schäferspiel «Bastien und Bastienne» sowie als Ballett...
Sein Name ist etwas in Vergessenheit geraten. Was mehr als bedauerlich ist, zählte Ludwig Marcuse, dessen 50. Todestag wir in diesem Jahr begehen, zu den feinsinnigsten Beobachtern der menschlichen Spezies, als Schriftsteller, Essayist und Philosoph, als gleichermaßen spitzfindiger wie scharfzüngiger (Frei-)Geist. Insbesondere ein Buch Marcuses, der vorausschauend...
Bösewichte, die den Dolch gegen die verfolgte Unschuld schon gezückt haben, sind in der Oper nur durch die im letzten Augenblick anrückende Kavallerie zu beseitigen. Schwankenden Charakteren dagegen kann die Selbstüberwindung gelingen: Kraft der im höchsten Krisenmoment endlich gewonnenen moralischen Größe lösen sich die beinahe tödlichen Verwicklungen. Cherubinis...
