Das verflixte hohe C
Herr Lyon,was hat Sie dazu gebracht, diese Zusatzqualifikationen zu erwerben?
Singen ist ein so unmittelbarer, intimer Prozess. Was in unserem Leben vorgeht, schlägt auf den Körper, und weil der zugleich das Instrument ist, kann man das gar nicht trennen. Sie haben doch bestimmt auch schon von Gesangslehrern gehört, dass sie sich oft wie Therapeuten vorkommen. Dafür sind sie aber gar nicht ausgebildet. Es gibt da eine gewisse Versorgungslücke.
Während man im Sport längst erkannt hat, dass Athletinnen und Athleten über mentales Training sowohl ihr Wohlbefinden als auch ihre Leistung steigern können, gibt es für Künstlerinnen und Künstler noch wenig umfassende Angebote, dabei könnte diese Zielgruppe davon enorm profitieren. Idealerweise sollten Studierende die nötigen Werkzeuge schon an der Hochschule an die Hand bekommen und sie genauso einüben wie die eigentliche Gesangs- oder Spieltechnik. Zwar bieten einige Unis vereinzelt Workshops zum Thema Auftrittstraining oder Entspannungstechniken an, aber die gehen oft nicht weit genug. Später merken dann viele, dass sie Schwierigkeiten haben, gewisse Aspekte des Berufs zu bewältigen. Aber dann geht es längst um echte Jobs, also die ...
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Opernwelt September/Oktober 2021
Rubrik: Magazin, Seite 98
von Wiebke Roloff Halsey
Hätte die letzte Spielzeit von Nikolaus Bachler als Intendant der Bayerischen Staatsoper nicht unter dem Signum der Corona-Maßnahmen gestanden, sie wäre wohl tatsächlich seine glanzvollste geworden. Schließlich hatte Bachler, der es so gern glänzend (und manchmal auch einfach nur hochglänzend) liebte, sie als geschichtsbewusste Summe angedacht: einige der...
Ein Pochen, kurz, lang, kurz, lang, das sich über mehrere Takte hinzieht. Kein rhythmisches Gerüst ist das, zweite Violinen und Bratschen haben da etwas anderes zu sagen. Bedrohung und Ausweglosigkeit, Trauer und Zögern, ein leeres Um-sich-Kreisen, das Voranschreiten eines Trauermarsches, alles fällt hier zusammen. Vorausgesetzt, man dirigiert diese c-Moll-Stelle...
Vielstimmig
Die Kulisse ist schlichtweg atemraubend. Vor allem am Abend, wenn die Sonne am Horizont verschwindet und die Arena Sferisterio, in der schon Luciano Pavarotti, Montserrat Caballé, Plácido Domingo und Marilyn Horne auftraten, nur noch von vokalem Glanz erleuchtet wird. 100 Jahre wird das Macerata Festival in diesem Jahr. Wir sind dabei
Vielseitig
Diese...
