Das Spiel der Mächtigen
Nach der kurzen und von wenig Fortune begleiteten Ära Katia Ricciarellis verantwortet seit 2006 Pier Luigi Pizzi als künstlerischer Direktor die Geschicke des traditionsreichen Opernfestivals im mittelitalienischen Macerata. Pizzi, als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner seit Jahrzehnten auf den wichtigsten europäischen Opernbühnen präsent, gelang gemeinsam mit dem Trägerverein der Festspiele, der Associazione Arena Sferisterio, seit seinem Amtsantritt ein beeindruckender Neuanfang auf der vielleicht schönsten Freilichtbühne Italiens.
Unter dem Motto «Il gioco dei potenti» (Das Spiel der Mächtigen) wurde seine zweite Spielzeit zu einem gelungenen und teilweise erschütternden Parcours durch die Abgründe menschlicher Leidenschaften. Bellinis «Norma», Verdis «Macbeth» und Donizettis «Maria Stuarda» standen auf dem Programm, dazu wurde im Teatro Lauro Rossi Flavio Testis Oper «Saül» szenisch uraufgeführt. Die Bühne des Sferisterio ist mit ihren monströsen Maßen von 100 Metern Breite bei gerade 15 Metern Tiefe seit jeher eine Herausforderung für die in Macerata verpflichteten Künstler.
Auch Massimo Gasparon, Regisseur der «Norma», langjähriger Assistent von Pier Luigi Pizzi und wie ...
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