Das Schwert im Sofa

Freiburg, Wagner: Die Walküre

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Das hatten wir uns so schön vorgestellt. Der Lederrocker Wotan hat schulterlange Rastalocken und Erda auch. Wie, so malten wir uns aus, muss da ihrer beider Tochter Brünnhilde erst ausschauen? Das Gedankenspiel kam uns am Ende von Wagners «Rheingold». Das war in der vorigen Saison zwar als «Ein Vorabend» untertitelt, nicht jedoch zu den unglückseligen Weiterungen des «Rings», sondern zunächst nur als Solitär zu Barbara Mundels bisher eher glücklicher Freiburger Intendanz.

Nach und nach begannen Leitung und Regieteam (Inszenierung: Frank Hilbrich, Bühne: Volker Thiele, Kostüme: Gabriele Rupprecht) indes Blut zu lecken, und der Entschluss keimte: Wir «machen» den ganzen «Ring des Nibelungen».
Nun ist «Die Walküre» heraus – und das Rasta-Outfit passé. Anfangs trägt der Götteroberst, jetzt ein Grau­schopf mit Zopf, einen fast bodenlangen Mantel und hat ein rothaariges Geschwisterpärchen im Auge. Im Verlauf des Video-Vorspiels mit seinen hastigen Überblendungen wachsen die Kleinen, werden schließlich in den Fluchtturbulenzen auseinandergerissen. Siegmund ist ein James-Dean-Loser mit Hang zur Melancholie.
Das Verdruckste der Hausfrau Sieglinde gibt sich, hat erst die erotisch aufgeladene ...

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Opernwelt August 2008
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Heinz W. Koch

Vergriffen
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