Das Besondere sein
Herr Konold, Sie sind seit diesem Jahr als Nachfolger von Wolfgang Gönnenwein künstlerischer Leiter der Ludwigsburger Festspiele und gleichzeitig Intendant des Staatstheaters Nürnberg. Was hat Sie an dieser Aufgabe und an dieser Doppelrolle gereizt?
Zwei Dinge. Zum einen: Ich vergleiche ein Staatstheater mit fünfhundert Mitarbeitern immer mit einem Supertanker. Sie stehen auf der Brücke und sagen: «Jetzt will ich nach rechts» , dann sagt der Rudergänger «scharf rechts», und das Boot fährt trotzdem noch einen Kilometer weiter geradeaus, bevor es reagiert.
Man kann viel und Interessantes bewegen mit einem solchen Apparat, aber die Trägheit ist ein wenig höher, während Festspiele aus meiner Sicht das Schnellboot sind. Man kann spontaner damit umgehen, und man hat natürlich, gemessen an einem Theater, sehr viel mehr freie Mittel für Kunst. Ich habe in Ludwigsburg inklusive Logistikkosten gut zwei Drittel meines Etats für die künstlerischen Projekte, in Nürnberg sind es – Milchmädchenrechnung insofern, als ich Orchester, Chor, Sänger, Schauspieler und Tänzer ganzjährig bezahle und entsprechend einsetzen kann – ungefähr fünf Prozent. Auf der anderen Seite muss ich in Ludwigsburg jeden ...
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Am Ende singen sie doch noch. Geradezu erlösend wirkt der vokale Glücksmoment, den Isabel Mundry in ihrer «Odyssee» dem Helden und seiner Gattin Penelope vergönnt: Eine späte zwischenmenschliche Tonwerdung, an der auch die Vergänglichkeit dieser Begegnung nichts ändern kann. Denn obwohl Odysseus anschließend weiterziehen muss, hat er durch die Überwindung der...
Alexander von Zemlinsky ist in der argentinischen Kapitale so gut wie unbekannt. Von seinen wichtigen Werken war in Buenos Aires lediglich die «Lyrische Symphonie» zu hören (1997). Die Maeterlinck-Lieder, die Quartette, das Trio – all dies harrt nach wie vor einer Aufführung. Das Gleiche galt bis vor kurzem für Zemlinskys Opern. Erst der ehemalige Colón-Intendant...
