Da isse!

In der «Aida» vor dem Schweriner Schloss spielt nicht nur ein echter Elefant, sondern auch der rote Mond über dem See mit

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Ein Schwall heißer Luft umfasst den Reisenden beim Verlassen des tiefgekühlten Regionalzuges. Gut so – obwohl wir am Bahnhof Schwerin angelangt sind, heißt unser wahres Reiseziel Ägypten. Verdis «Aida» steht diesen Sommer auf dem Spielplan der Schlossfestspiele. Ein durch die Straßen gellender Spitzenton und ein despektierliches «Mist, es geht los» eines aufgeschreckten Einheimischen zeigen uns an, dass wir die Spielstätte am Alten Garten fast erreicht haben. Auf der voll besetzten Tribüne viel norddeutsches Idiom.

Während man in aufgekratzter Stimmung Piccolo- und Weinflaschen öffnet, wird die Anordnung der Bühne auch kritisch kommentiert: Weil das von Wasser umgebene Schweriner Schloss mit seiner Neorenaissance-Architektur kaum als ägyptische Kulisse taugt, wurde die Blickachse auf das mit seiner antikisierenden Architektur passendere Museum gelenkt, was allerdings den Seeblick wegen der seitlich aufgestellten Beleuchtungstürme ein wenig einschränkt.

Günstig ist von den gut 1600 Plätzen die Sicht auf die Bühne. Hier deutet sich eine abstrahierte Pyramidenarchitektur an, in deren Katakomben die Mecklenburgische Staatskapelle unter Martin Schelhaas Platz nimmt. Ein wenig wird noch ...

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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Magazin, Seite 96
von Carsten Niemann

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