Charlottes Triumph

München, Massenet: Werther

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Als wär’s ein von Magritte gemalter Meteorit, liegt inmitten der Puppenstuben-Idylle ein großer Stein, auf dem die Titelfigur thront – am Schreibtisch. Regisseur und Ausstatter Jürgen Rose hat dieses Bild der Isola­tion sinnig erdacht, doch szenisch glaubhaft wird es nicht. Denn das Zeichen für die Omnipräsenz des Briefdich­ters würde erst Sinn machen, wenn er immer auf der Bühne wäre  – wie die Senta in Harry Kupfers Bayreu­ther «Holländer». Aber dazu ließ sich Sta­r­tenor Marcelo Alvarez offenbar nicht überreden.

Was er an Hände-tief-ins-Gesicht-Graben, Armrecken, Armrudern und Grimassieren demonstrierte, kann man nur regieresis­tent nennen. Nichts blieb von Goethes und Massenets Empfindsamkeit, nichts von zarter Schwärmerei, nichts vom Wechsel zwischen Glückseligkeit und Lebensüberdruss. Nichts auch von französischer Idiomatik. Stattdessen auch im Singen permanent Leidenschaft pur. Die freilich liegt Alvarez.
Was für eine großartige Partnerin hatte er in Sophie Koch! Wie sie als Charlotte mit einer kleinen Drehung des Körpers, einer Geste, einem Blick die unausgesprochene Abneigung zum vorbestimmten Gatten ausdrückt, wie sie im dritten Akt von der Sorge um ihren Geliebten und ...

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Opernwelt Februar 2007
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
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