Bunte Endzeit
«Ist ein Traum, kann nicht wirklich sein», singt Sophie am Schluss ätherisch weltentrückt, als könne sie selbst noch nicht ganz fassen, was mit ihr geschehen ist. Für Stefan Herheim ist die halb imaginäre, halb reale Welt, die Hofmannsthal und Strauss in ihrer «Komödie für Musik» zu einem kunstvollen Ganzen ineinandergefügt haben, Traumtheater – ein modernes Endzeitstück im Rokoko-Gewand, das er mit überbordender, Bild an Bild und Bedeutung an Bedeutung knüpfender Fülle auf die Bühne des Stuttgarter Opernhauses setzt.
Mit einem glänzenden Einfall schieben Herheim und seine Bühnenbildnerin Rebecca Ringst Ende und Anfang ineinander. Wenn der Vorhang hochgeht, bleibt das Orchester zunächst stumm. Wir sehen, wie die Marschallin unterm Glassturz einer riesigen Schneekugel traumverloren dem Liebesglück nachsinnt – bis sie den Spiegel, vor dem sie sitzt, zerschlägt. Die Splitter werden uns bis ans Ende begleiten. Gleichzeitig lösen sich aus dem gemalten Rundhorizont (einer Collage, die Hans Makarts «Triumph der Ariadne» mit François Bouchers «Raub der Europa» toppt) lüsterne Satyrn, die das erotische Pandämonium der Handlung immer wieder antreiben.
Beide Bilder verankern die Imagination im ...
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Er liebe, sagte der vor allem als Liedsänger bekannte Bariton Christian Gerhaher kürzlich im Gespräch, an diesem Genre das eher Abstrakte – «in dem Sinne, dass es nie ganz fassbar wird». Lieder seien eben keine Kleinstopern. Vielmehr etwas, das sich dem vollkommenen Begreifen schlussendlich entziehe. Oper hingegen müsse erfasst, begriffen werden, sonst mache sie...
ARTE
1.12. – 3.00 Uhr
Georges Prêtre dirigiert
die Wiener Symphoniker. Werke von Beethoven, Ravel und Debussy.
1.12. – 6.00 Uhr
Lang Lang spielt
Beethovens Klavierkonzert Nr. 1.
2.12. – 3.00 Uhr
Schönberg: Moses und Aron.
Ruhrtriennale 2009. Musikalische Leitung: Michael Boder, Inszenierung: Willy Decker. Solisten: Dale Duesing, Andreas Conrad, Ilse
Eerens, Finnur...
Gewisse Worte, sagt uns der Volksmund, seien wie Zahnpasta: einmal draußen, bringt man sie nicht mehr in die Tube zurück. Das musste auch der neue Direktor des Wiener Burgtheaters Matthias Hartmann erfahren, als er seine Antrittspressekonferenz mit dem markigen Ausspruch: «Sie wollen das Beste. Sie verdienen das Beste. Sie kriegen das Beste» befeuern wollte. Prompt...
