Bürgerliches Trauerspiel

Weimar, Wagner: Götterdämmerung

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Ende gut, alles gut? Aus dem Schnürboden geht ein reinigender Regen auf die frühlingshaft bunt gewandeten (Chor-)Frauen nieder. Da stehen sie, soeben noch von Hagens Mannen brutal missbraucht, in weißem Licht. Während die Musik vom lodernden Untergang Walhalls kündet, hoffen sie auf ein neues Leben. So wie die unbehausten Kids, die das Geschehen in kauernder Angst verfolgt haben.

Und so wie Brünnhilde, die den gemeuchelten Siegfried dem Totenreich entreißt, um mit ihm aufrechten Gangs aus jenem betongrau ge­tünchten Bunker zu entfliehen, in dem Regisseur Mi­chael Schulz den Showdown der vor zwei Jahren angetretenen Weimarer «Ring»-Expedition spielen lässt.
Mit einer konzentrierten Inszenierung, die das mythische Endspiel um die Macht im Himmel und auf Erden auf die emotionalen Konflikte der handelnden Protago­nisten herunterbricht, verabschiedet sich Schulz  als Operndirektor des Deutschen Nationaltheaters. Das Personal der «Götterdämmerung» legt er behutsam auf die Couch, die fatalen Verwerfungen zwischen (dem abwesenden Herrn) Wotan und dem Nibelung Alberich, das Siegfrieds Tod besiegelnde Komplott des Gibichungen Hagen, Brünnhildes Rachezug – der blutige Kampf um die Kontrolle ...

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Opernwelt August 2008
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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