Bürger- und andere Kriege

Rainer Wagner über Philip Glass’ jüngste Oper «Appomattox» und einen neuen «Tannhäuser» in San Francisco

Opernwelt - Logo

Manchmal schreibt das Leben die schönsten Pointen. Als Philip Glass von David Gockley den Auftrag bekam, eine Oper über das Ende des amerikanischen Bürgerkriegs zu schreiben, ahnten beide wohl kaum, dass diese Chronik einer Kapitulation in einem War Memorial Opera House uraufgeführt werden würde. Der innovationsfreudige Gockley, der sich in seiner langen Zeit als Chef der Houston Grand Opera immerhin fünfunddreißig Uraufführungen gutschreiben konnte, brachte diesen Kompositionsauftrag mit, als er 2006 Chef in San Francisco wurde.

Es wird nicht die einzige Innovation bleiben, denn für den kommenden Herbst kündigt die San Francisco Opera bereits die nächste Uraufführung an: Stewart Wallace (auch in Europa durch «Harvey Milk» bekannt) soll Amy Tans Bestseller «The Bonesetter’s Daughter» vertonen.
Mit Philip Glass hat Gockley bereits in Houston zusammengearbeitet. Dort präsentierte er die Uraufführung der Science-Fiction-Oper «Making of the Representative for Planet 8» nach Doris Lessing und die Amerika-Premiere von «Echnaton». Geschichte als Opernstoff ist Glass gut vertraut. Er hat den Freiheitskämpfer Gandhi besungen («Satyagraha») und die Entdeckung Amerikas reflektiert («Voyage»). ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2007
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Rainer Wagner

Vergriffen
Weitere Beiträge
Schwacher Einstieg

Ulrich Peters hat zu Beginn seiner Intendanz am Gärtnerplatztheater auf einen großen Namen gesetzt und mit dem siebzigjährigen Alfred Kirchner (dessen Inszenierung der «Soldaten» 1987 in Frankfurt ebenso unvergessen ist wie sein «Lohengrin» auf dem Campingplatz in Oslo) dennoch nicht das große Los gezogen. An zwei zentralen Figuren wird die Crux der Inszenierung...

«Und jetzt noch die Reblaus»

1955 wurde im «Simplicissimus» eine be­­rühmt gewordene Karikatur gedruckt. Darauf der österreichische Kanzler Julius Raab mit Zither, Wienerlieder schnulzend, umgeben von schniefenden Sow­jets. Dazu Außenminister Figl als me­phis­tophe­lischer Einflüsterer: «Und jetzt noch die ‹Reblaus›, und dann sans waach». Als Resultat dieser von Ethanol bestimmten Meetings, in...

Bonjour tristesse

2008 steht ein Puccini-Jahr bevor, Anlass genug für das kleine, aber künstlerisch rege Coburger Landestheater, die unverwüstliche «La Bohème» aufs Programm zu setzen. Regisseur Detlef Altenburg und sein Ausstatter Manfred Dittrich verlegen die Szenen aus dem Künstler­leben in die Gegenwart: Erstes und letztes Bild zeigen die heruntergekommene Atelierwohnung von...