Brünstige Gefühle

Von Shakespeare bis Britten: Das Garsington Festival behauptet sich mit einem abwechslungsreichen Programm

Opernwelt - Logo

Das alljährliche Sommerfestival der Garsington Opera, seit 2011 in Wormsley Park in Buckinghamshire beheimatet, präsentiert in diesem Jahr erstmals vier statt drei abendfüllende Werke. Den Auftakt machte «Così fan tutte» unter der musikalischen Leitung von Douglas Boyd und in der Ausstattung von Dick Bird. Regisseur John Fulljames, derzeit Associate Director des Londoner Royal Opera House, wartete eher mit zu viel als zu wenig Einfällen auf – gleichwohl eine spannende Inszenierung. Kathryn Rudge gab eine gereizte Dorabella.

Während Robin Tritschler als Ferrando sich mit seinem dezenten Tenor in den Ensembles kaum durchsetzen konnte, überzeugte die rumänische Sopranistin Andrea Soare im Großen und Ganzen als Fiordiligi. Großartig: Ashley Ridges als Guglielmo. Lesley Garrett (Despina) kehrte für diese «Così» nach mehrjähriger Opernpause auf die Bühne zurück – im Klang etwas körnig, aber mit bestem Handwerkszeug als Darstellerin. Erstklassig Neal Davies als zynischer Alfonso. Unter Douglas Boyds sinnigem Dirigat agierte das Garsington Opera Orchestra als wacher und leidenschaftlicher Klangkörper.

Richard Strauss’ «Intermezzo» gab es in Bruno Ravellas Neuinszenierung auf Englisch. Diese ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2015
Rubrik: Magazin, Seite 75
von George Hall

Weitere Beiträge
Sonne, Mond und Sterne

«Juditha triumphans» auf der Opernbühne? Ein venezianisches Publikum im 18. Jahrhundert hätte dagegen wohl Einwände erhoben: zu wuchtig der Klang des opulent besetzten Orchesters (zu teuer im Übrigen auch fürs Budget des Impresarios), zu viele Chöre und kein einziges Duett, die Hierarchie der Figuren zu flach, stattdessen gleich fünf Sängerinnen im Ensemble mit...

Was taugt ein Leben ohne Illusionen?

Das Interesse an Barockmusik ist in den letzten 25 Jahren enorm gestiegen», sagt Christophe Rousset in der Brasserie Excelsior und fährt mit einem Hauch Bitterkeit in der Stimme fort: «Aber die französische hat’s immer noch schwer. Das Rameau-Jahr zum Beispiel hat praktisch keine Spuren hinterlassen. ‹Platée› gibt es ja immer mal, doch das war auch schon vorher so....

Alles in Originallage

Der Chef des Théâtre des Champs-Elysées hat im Grunde nur zwei Möglichkeiten, sein Haus in der Opernlandschaft der französischen Hauptstadt zu profilieren: entweder durch Werke, die es hier sonst nicht zu hören gibt, oder mit einer szenisch bzw. musikalisch besonderen Wiedergabe von Repertoirestücken. Mit Donizettis «Maria Stuarda» hat Michel Franck den ersten Weg...