Bruchlinien des 20. Jahrhunderts
Mieczyslaw Weinberg (1919-1996) gehörte zweifellos zu den vielseitigsten Komponisten seiner Generation. Auf 185 Werke kommt der Dresdner Musikhistoriker Wolfgang Mende. Allein 26 Sinfonien und 17 Streichquartette hat Weinberg hinterlassen, als er, der 1939 von den NS-Invasoren aus Warschau vertriebene Spross einer jüdischen Musikerfamilie, nach langer Krankheit und fast vergessen in Moskau starb.
Die mindestens 64 Partituren, die er für Filmproduktionen schrieb (darunter den Sound-
track für Michail Kalatosows Kriegsdrama «Wenn die Kraniche ziehen», das 1958 in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde), oder seine zahllosen Theater- und Zirkusmusiken sind in dieser Rechnung noch nicht einmal berücksichtigt. Auch wenn die Qualität dieses Œuvres im Einzelnen schwanken mag, so steht doch außer Frage, dass Kompositionen wie die jüngst bei den Bregenzer Festspielen szenisch uraufgeführte Auschwitz-Oper «Die Passagierin» (1968), die fünfte und sechste Sinfonie (1962 bzw. 1963) oder die Streichquartette keinen Vergleich zu scheuen brauchen (siehe auch Seite 20 ff.).
Dass Weinberg so lange aus dem Bewusstsein der musikalisch interessierten Öffentlichkeit, zumal in Amerika und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der 1926 in Wien geborene Komponist Friedrich Cerha erhält den mit 60 000 Euro dotierten Musikpreis Salzburg, der 2011 zum dritten Mal vergeben wird. Mit der Auszeichnung, deren voller Name «Musikpreis Salzburg – Internationaler Kompositionspreis des Landes Salzburg» lautet, wird laut Jury «der Doyen der Neuen Musik in Österreich» gewürdigt. Cerha ist auch bekannt...
Was in den USA Aspen ist und in Japan das Pacific Festival bei Sapporo, dafür steht in Schweden der Name Vadstena: eine Sommerakademie, die dem musikalischen Nachwuchs den Schritt von der Ausbildung ins Berufsleben erleichtern will. Ein Ort, wo man die Stars von morgen hören kann. Eine Idylle, in der hart und doch entspannt gearbeitet wird. Musik und Landschaft....
Am Anfang glaubt man Jenufas Mühle zu hören. Nur dass es keine Wassermühle ist, die in Déodat de Séveracs Kurzoper «Le Cœur du moulin – Das Herz der Mühle» (1901-1908) klappert, sondern eine der charakteristischen Windmühlen im südfranzösischen Languedoc. Der Mistral streicht sanft durch die Segel und schwillt dann mächtig an. Auch Janáceks Pantheismus ist in...
