Nahe am Ideal
Die Liebesnacht der Marschallin und Octavians muss eine stürmische Angelegenheit gewesen sein. Furioser hätte der neue Karlsruher «Rosenkavalier» nicht beginnen können als mit dieser grandios aufgefächerten Introduktion der immer neuen, sich immer mehr überschlagenden orchestralen Anläufe, ihrer Atemlosigkeit, ihrem stetigen Nachlegen.
Die exzellente Badische Staatskapelle und ihr GMD Justin Brown bestimmen diese Strauss-Darstellung ganz wesentlich – auch in den lebensphilosophischen Ruhemomenten, bei den wundersam delikaten, nie triefenden Lyrismen, den federnden Walzer-Paraphrasen, dem leicht und beweglich gestalteten Dialog-Parlando. Dass die Aufführung sich zum Strauss-Glücksfall auswächst – dazu ist das inspirierte musikalische Gelingen die conditio sine qua non.
Nicht oft wird das zentrale Diktum der Marschallin, die Zeit sei «ein sonderbar’ Ding», optisch so sinnfällig eingefangen wie von dem Karlsruher Regieteam aus Dominique Mentha (Inszenierung), Christian Floeren (Bühne) und Ute Frühling (Kostüme). Eisskulpturen flankieren die Szene im fürstlichen Boudoir wie beim steinreichen Emporkömmling Faninal, auf dessen glattem Parkett das Bedienungspersonal per Schlittschuh ...
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Opernwelt September/Oktober 2010
Rubrik: Festivals II / Panorama, Seite 63
von Heinz W. Koch
Mahler 2010 allenthalben, im Konzertsaal wie auf CDs! Die publizistische Ausbeute des Mahler-Gedenkjahres allerdings fällt denkbar gering aus. Kein Silberstreifen am Horizont für eine Sammlung sämtlicher Briefe, erst recht nicht für die dringend anstehende wissenschaftliche Gesamtausgabe der Werke. Und selbst an eine Neuauflage der seit Langem vergriffenen...
Deutschland
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• Operngala (Bosch): 3.9. (Open Air)
• Open-Air-Konzert:
4. (Jakobi), 5.9. (Bosch)
• Kinderkonzert (Jakobi): 5.9. (Mat.)
• Puccini, Madama Butterfly: 19. (P), 26., 30.9.; 7., 9., 16., 22., 30.10.
(Jakobi, Pfeil, Vinciguerra,
Blickenstorfer)
• Der eingebildete Kranke: 25.9.; 17.10.
• Die...
Mit dieser etwas lieblos edierten, aber sehr preiswerten Kassette zum 50. Geburtstag des Großen Festspielhauses in Salzburg demonstriert die Deutsche Grammophon nachdrücklich, dass sie im letzten halben Jahrhundert die heimliche Intendanz der Festspiele innehatte. Alle ihre berühmten Vertragskünstler sind hier regelmäßig aufgetreten und marschieren bei dieser...
